Pfingstferien 2018 Müllerthal (Lux) und Vulkaneifel Teil 1

Auf unsere erste Tour 2018 mussten wir lange, lange, lange warten… Dafür haben wir dann die Pfingstferien voll ausgenutzt. Das Müllerthal in Luxemburg und die Vulkaneifel standen auf dem Programm. Teil 1 beschäftigt sich nur mit dem Müllerthal und Teil 2 dann mit der Vulkaneifel.

Eins vorweg, das Müllerthal ist traumhaft schön und besonders für Wanderfreudige fast schon Pflicht. Das Müllerthal ist vielleicht nicht allen bekannt, aber den Schiessentümpel, sozusagen das Wahrzeichen, hat wohl fast jeder schon irgendwo auf einem Bild gesehen. Insgesamt ist Luxemburg ein traumhaftes Land mit viel unberührter Natur und gehört neben Polen zu unserem Lieblingsreiseland. – Nur essen gehen, das ist in Luxemburg bei den Preisen dort, nicht drin. Dafür können sich alle Kaffeejunkies eindecken. Kaffee in jeglicher Variation ist mindestens 30 %, teilweise sogar noch mehr, günstiger als in Deutschland. Also ab in die Tankstelle (ja den Kaffee gibts in allen Tankstellen und Supermärkten in riesigen Mengen) und einen Jahresvorrat ganze Bohnen für unseren Kaffeevollautomat eingepackt. Man weiß ja nicht, wann man hier wieder hinkommt.

Mullerthal – Kleine Luxemburger Schweiz!

Freitags abends ging es endlich los. Nach einer Zwischenübernachtung in Erftstadt kamen wir Samstagmittag auf dem Camping Cascade mitten im Mullerthal an. Ursprünglich hatten wir hier nur 3 Nächte geplant, haben dann aber spontan um eine weitere Nacht verlängert. Toller Campingplatz mitten in der Natur, der von einer netten niederländischen Familie betrieben wird. Pro Nacht haben wir inkl. Strom 23 € bezahlt. Das Ganze mit älterem Charme, was uns aber gut gefällt. Preis-Leistung aus unserer Sicht 1a. Der Platz befindet sich direkt hinter der Heringer Millen“ in der Ortschaft Mullerthal.

Schiessentümpel

Luxemburg ist ein Paradies für Naturliebhaber. Im Norden die Ardennen, in der Mitte das Mullerthal, im Süden die Hauptstadt, im ganzen Land gibt es viel zu sehen. Was genial ist, der preiswerte Nahverkehr. Ein 2-Stunden-Busticket kostet pro Person 2 €, ein Tagesticket nur 4 €. Ideal zum Wandern einer Strecke und dann zurück mit dem Bus bzw. andersherum. Allerdings sprechen, zumindest im Mullerthal, viele Busfahrer nur Französisch, mit Händen und Füßen geht es aber. Wir haben uns den Ort Mullerthal im Mullerthal :-) auch deswegen ausgesucht, da von hier aus vier verschiedene Streckenteile des Mullerthal-Trails abgehen. Diese vier Streckenabschnitte haben wir alle erwandert. Dazu gleich noch mehr hier im Blogeintrag.

Insgesamt setzt sich der rund 112 km lange Mullerthal Trial aus drei Schlaufen (Route 1, Route 2 und Route 3) zusammen.

Camping Cascade

1. Tour Beaufort – Mullerthal 7,8 km

Mit dem Bus sind wir morgens nach Beaufort gefahren und dann zur Burgruine Beaufort gelaufen, da dieser Abschnitt dort beginnt. Ziemlich imposant die Burgruine aus dem 12. Jahrhundert. Der Weg führt schnell in den Wald hinein und dann ein ganzes Stück lang direkt am wildromantischen Haupeschbaach“ entlang. Zusammen mit moosbedeckten Felsen bestimmt dieser Bach den Charakter des Streckenabschnitts. Durchs Hallerbachtal gehts über mehrere kleine Holzbrücken in das offene Tal der Schwarzen Ernz und über Wiesenflächen entlang wieder zurück nach Mullerthal.

Der erste Teil im Wald ist sehr interessant. Nachher im Tal der Schwarzen Ernz ist es eher ein bisschen eintönig. Grundsätzlich eine schöne Tour, die sehr einfach zu laufen ist, allerdings von den 4 Steckenabschnitten, die wir gelaufen sind, vom Ranking her auf Platz 4.

Burgruine Beaufort

2. Tour Mullerthal – Hersberg 9,5 km

Die Wegstrecke war für uns ein paar Kilometer länger. Aufgrund einer Baustelle wurde Hersberg vom Bus nicht angefahren, so daß wir umgeplant haben und von Consdorf aus zurück nach Mullerthal gelaufen sind. Erster Höhepunkt dieser Tour war die stockfinstere Felsenschlucht „Kohlscheuer“, die ein paar Meter vom Mullerthal Trail entfernt liegt. Ohne Taschenlampe ist man hier verloren und wird zumindest nicht ohne Kopfschmerzen die Schlucht verlassen. Sehr eng und teilweise auch niedrig. Frauchen hat mit Hugo am Weg auf uns gewartet.

Hier drin war die Aktion mit dem Gegenverkehr.

Weiter des Weges kommen noch die Felsspalten der „Deiwepetz“ und der „Rittergang“. Diese beiden Felsspalten können nicht umgangen werden. Also musste auch der Hund hier durch, der hatte aber durchaus Spaß dabei. In einer der beiden Felsspalten hatten wir dann auch noch Gegenverkehr. Das war schon reichlich eng, da die Kollegen auch noch Gepäck dabei hatten. Das hatte schon was von Tetris :-) Die Gepäckstücke in die Felsspalten drücken, Bauch einziehen und aneinander vorbeischieben. Das war echt ein Spaß! Wenn hier im Sommer allerdings richtig was los ist, ist das wahrscheinlich nicht mehr so lustig.

Schon wieder so eng:

Weiter gehts an bizarren Felsgebilden vorbei, „Goldkaul“, „Goldfralay“ und „Eilebuerg“. Dann langsam aus dem Wald raus, am Schiessentümpel vorbei zurück auf den Campingplatz.

Diese Tour war definitiv die geilste von den vieren, also ganz klar Platz 1.

Hier wird man nicht naß.

3. Tour Berdorf – Mullerthal, 6,4 km

Auch diese Strecke sind wir rückwärts abgelaufen, also ab Mullerthal. Wir sind aber noch an Berdorf vorbeigewandert bis zur „Hohllay“, aber der Reihe nach. Kurz nach dem Start ging es in das naturnahe Waldgebiet „Schnellert“, ein wunderschönes und wildes Teilstück des Trails. Man fühlt sich fast wie im Urwald. Weiter des Weges kommt man an einigen Felshöhepunkten vorbei, z.B. „Werschrummschlüff“, „Predigtstuhl“ und „Binzeltschlüff“. Das Plateau des „Roitzbachschlüffs“ haben wir auch bestiegen.

Der Bruder muss der Schwester helfen!

Anschließend durch den Ort Berdorf noch bis zu Hohllay, eine Höhle aus der früher Mühlsteine für die Region gebrochen wurden. Das Amphitheater, ein Freilufttheater (natürlich alles aus Fels), das für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird haben wir uns ebenfalls noch angeschaut. Danach ging es zügig zurück nach Berdorf, da wir den Bus nicht verpassen durften.

Auch dieses eine sehr schöne Strecke, die sich Platz 2 verdient hat.

Ziemlich viel Fels hier ;-)

4. Tour Mullerthal – Blumenthal, 9,5 km

Auch hier sind wir uns treu geblieben und sind den Weg rückwärts abgelaufen. Anfangs ging es wieder an der Schwarzen Ernz vorbei, die wir schon von der 1. Tour, aber auf der anderen Seite des Mullerthals, kannten. Nächster Zwischenstopp war die Sonnenuhr. Vom Weg aus kann man die gar nicht sehen, aber bis auf Frauchen mit Hugo, sind wir dort hochgekraxelt. Schließlich wartete dort auch noch ein Cache. Weiter ging es zum Ripsmoor. Hier nahm die Tour leider eine nicht so angenehme Wende.

Hallo, Sie da, wie spät ist es?

Plötzlich fing es an zu donnern. Wir hatten noch einige Kilometer vor uns und es war klar, trocken schaffen wir das nicht. So war es dann auch. Es hat fürchterlich gerumst und ziemlich heftig geregnet. So ein heftiges Gewitter mitten im Wald ist nicht so schön. Genießen konnten wir den Weg leider nicht mehr. Durch den Marschwald ging es über einen hölzernen Steg vorbei an der Kalktuffquelle weiter Richtung Mullerthal, wieder am Schiessentümpel vorbei.

Kalktuffquelle

Wohmobilstellplatz P2 in Rothenburg ob der Tauber

Von der Kalktuffquelle haben wir doch noch ein anständiges Foto. Nach den Regenfällen hat sich der männliche Teil unserer Familie nochmal auf den Weg gemacht und sich diese Location noch angeschaut.

Auch dies war ein schöne Wegstrecke, den schönsten Teil konnten wir wegen des Wetters allerdings nicht so richtig genießen. Platz 3, knapp hinter dem 2. Platz.

Schiessentümpel nach dem Gewitter

So sah der Schiessentümpel nach dem heftigen Gewitter aus. Ein paar Liter mehr, die den kleinen Wasserfall hinunterstürzen und ziemlich viel Schlamm, der hier mit die Berge hinuntergespült wird.

so schön

Fazit Müllerthal: Ein herrliches Fleckchen Erde mitten in Luxemburg. Ich denke, hier waren wir nicht zum letzten Mal. Selbst die Kinder, die sonst beim Wandern schon mal murren, sind alle Strecken begeistert mitgegangen.

Nun sind die Vorräte leer und wir verlassen das Mullerthal in Richtung Vulkaneifel. Dazu dann mehr im 2. Teil.

1 Kommentar
  1. Markus sagte:

    Hallo Daniel!
    Toller erster Eindruck von Deinen veröffentlichten Inhalten, vor allem das Müllerthal müssen wir auch einmal besichtigen!
    Danke und viele Grüße
    Markus

    Antworten

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