Sommer 2019 polnische Ostsee Teil 1

Boah, die letzte Woche vorm Reisestart kann ganz schön lang werden. Der Gasfuß zuckt schon unentwegt. Auch das diesjährige Rieseziel ist wieder die polnische Ostseeküste auf 4 verschiedenen Campingplätzen. 

Wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe, das 4. Mal. Polen ist aber auch einfach toll, daher ist für dieses Jahr auch noch ein Serviceblockartikel „Tipps und Tricks zu Polen“ geplant.

 

Angermünde

Samstagsmorgens gegen 7 Uhr rollt das Mobil endlich wieder. In zwei Etappen nach Polen. Den ersten Zwischenstopp legen wir in Angermünde ein. Angermünde liegt nicht weit von der A11 ca. 65 km von der Grenze in Kolbaskowo entfernt und von uns Zuhause knapp 520 km. Damit eine gute Tagesetappe. Das Ganze soll ja nicht in Stress ausarten.

Da die Anreise hervorragend klappt, kommen wir am späten Vormittag entspannt in Angermünde an. Der kostenlose Stellplatz befindet sich direkt ander Stadtmauer auf einem Autoparkplatz mit einem ausgewiesenen Teil für 5 Reisemobile. Meistens ist der Parkplatz durch Autos nicht so stark frequentiert, so daß ohne weiteres auch ein paar Mobile mehr hier Platz finden. Solange wir Reisemobilisten uns hier anständig benehmen und vernünftig parken, sollte das wohl auch kein Problem sein. Diese Nacht standen hier knapp 10 Fahrzeuge.

Stellplatz Angermünde

 

Ustronie Morskie

Unser erstes Ziel in Polen ist Ustronie Morskie, ehemaliger deutscher Name Henkenhagen. In diesem Ort haben wir bisher noch nicht übernachtet, kannten ihn aber schon von Besuchen. Direkt nebenan in Sianozety (Ziegenberg) waren wir schon zweimal zu Gast. Was sich hier immer lohnt ist ein Abstecher nach Kolobrzeg (Kolberg) und natürlich der Kolberger Wald mit den Naturdenkmalen Boleslaw- und Warcislaw-Eiche.

Die Boleslaw-Eiche war mit knapp 800 Jahren als eines der ältesten Naturdenkmäler Polens anerkannt, Umfang 691 cm, Höhe 32 m und Kronendurchmesser 20 m. Leider ist dieser Baum Ende Mai 2016 einem Sturm zum Opfer gefallen, liegt als touristische Attraktion aber noch an Ort und Stelle. Da wir vor ein paar Jahren hier waren, hatten wir das Glück, diesen imposanten Baum noch in voller Pracht zu erleben. Die Warcislaw-Eiche in der Nähe steht aber noch. Diese belegt mit einem Alter von 640 Jahren immerhin Platz 5 der ältesten polnischen Eichen. Umfang 616 cm, Höhe 30m und Kronendurchmesser 15 m. Erwandern kann man die beiden Bäume indem man den blauen Wanderweg ab der ehemaligen Eisenbahnstation Bagicz folgt.

Pod Brzozami kurz vor Nacht :-)

 

Gestanden haben wir für zwei Nächte auf dem Campingplatz Pod Brzozami (Camping unter Birken), ein idylischer aber leider voller und enger Platz. Trotzdem sehr ruhig und wohlgefühlt haben wir uns auch. Die Anfahrt zu unserer Stellplatzbucht war allerdings ein bisschen tricky. Von ausserhalb des Campingplatzes rückwärts zu unserem Standort. Bin ein bisschen ins Schwitzen geraten ;-). Für die deutschen Camper gibt es sogar extra eine deutsche Gästebetreuung. Die nette Kollegin ist tagsüber auch immer über Handy für Fragen erreichbar. Wie wir finden, ein ganz toller Service.

Empfehlenswert ist in Ustronie auf jeden Fall noch der Kletterpark, einen der besten die wir bisher in Polen besucht haben. Hat sehr viele unterschiedliche Trassen zur Auswahl. Im Gegensatz zu Deutschland, wo meines Wissens überwiegend per Zeit abgerechnet wird, bezahlt man in Polen pro Trasse. Je nach Schwierigkeitsgrad und Höhe geht das von 15 bis 40 Zloty, umgerechnet etwa 3 – 10 Euro.

 

Chlapowo

Danach gings weiter für eine Woche nach Chlapowo, unser östlichster Übernachtungsplatz in diesem Jahr. Hier auf dem Camping Alexa waren wir nun schon zum dritten Mal. Irgendwas hat dieser Ort und Campingplatz…. es hat sich für uns alle so angefühlt wie nach Hause kommen. Soviel schreiben brauche ich zu Chlapowo gar nicht. Schaut mal in den Blogpost „Sommer 2019 polnische Ostsee Teil 2“, dort habe ich schon einiges zu diesem Ort geschrieben. Aber vielleicht noch eine kleine Anekdote. Wir mögen alle keine Spinnen. Der Ekelgrad gerade bei ganz kleinen heimischen Exemplaren ist noch recht unterschiedlich. Wo die Kinder schon Panik schieben, sind wir Eltern noch gechillt. Sobald diese „Viecher“ aber größer werden, ist der Ekelfaktor um 100% höher und zwar nicht nur bei den Kindern, nein hier stehen die Eltern in nichts nach. Das ist auch der einzige Kritikpunkt hier, im Hauptort Wladyslawowo ist nämlich jedes Jahr eine Spinnenaustellung. Gut, gehen wir einfach nicht rein… das würden wir auch niemals tun… allerdings möchten die Polen natürlich das die Gäste auch in diese Ausstellung kommen un dhaben daher an ziemlich vielen Orten ganz große Werbebanner angebracht. Wenn man dann rechtzeitig dran denkt, guckt man einfach in die andere Richtung, aber manchmal kommen diese Dinger so überraschend… iiiiiiiihhhhhhhhh……gitigit…….. Den Oberlacher hatten wir aber vor zwei Jahren… Wir gehen nichtsahnend die Straße entlang, da drückt eine junge Dame unserem Sohn einen Flyer in die Hand. Ich sage mal so, die Dame war hübsch, der Flyer nicht :-)

Strand in Chlapowo

 

Hel

Von Wladislawowo haben wir noch einen Tagesausflug auf die Halbinsel Hel in den gleichnamigen Ort ganz an der Ostspitze unternommen. Hin mit Bus, zurück mit Zug. Das Ganze hat auch nichts mit Hölle oder Teufel zu tun, obwohl teuflisch war es schon was her im zweiten Weltkrieg los war, eine von vielen Mahnungen für die Ewigkeit.

Die Halbinsel liegt ca. 20 km nördlich von Danzig und ist eine 34 km lange Landzunge und gehörte beim Überfall auf Polen zu den am längsten und heftigsten umkämpften Kriegsschauplätzen des 2. Weltkriegs. Die nächtliche Torpedierung des von Hel am 16. April 1945 ausfahrenden Frachters Goya mit geschätzt über 7000 Flüchtlingen ist eines der größten Schiffskatastrophen des 2. Weltkriegs.

Flak-Geschütz

 

Auch heute findet man hier noch viele Relikte aus dieser Zeit. Monumente gegen das Vergessen. Mitten am Strand und überall im Wald findet man Bunker, Geschütze und viele andere Bauwerke.

Grundmauer des Funkmessortungsgerät „Würzburg-Riese“.

 

Der Ort an sich ist total urig. In der Hauptfußgängerstraße befinden sich viele liebevoll hergerichtete Restaurants.

Eines der vielen Restaurants.

Nach sieben Nächten auf dem Camping Alexa geht es weiter und der erste Teil endet hier.

Weiter gehts im zweiten Teil.

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