Sommer 2019 polnische Ostsee Teil 2

 

Rowy

Die Woche in Chlapowo ging rasend schnell vorbei und wir sind danach wieder ein bisschen Richtung Heimat nach Rowy gefahren und haben uns dort für 5 Nächte auf einem kleinen und einfachen Campingplatz auf einer Wiese hinterm  Haus einquartiert, Camping Wygoda. Rowy, zu deutsch Rowe, ist ein kleiner Touristenort in der Nähe von Ustka und hier gehts ein bisschen beschaulicher zu. Urig ist der Hafen, der kurz vorm Meer direkt an dem kleinen Fluss Lupawa liegt. 

Camping Wygoda

 

Rechte Hand geht es in Strandnähe in den Nationalpark zwischen Meer und See. Leider kostet dieser Weg im Sommer Eintritt. Soviel gibt es allerdings dort nicht zu sehen. Interessanter ist da eher die westliche Seite. Wenn man von der Hauptstrasse abbiegt Richtung Strand, muss man erst durch einen herrlichen Nadelwald, bevor man an die dünige Ostseeküste mit einem breiten Sandstrand kommt. Herrlich fürs Auge und für die Seele – der Wald und die Küste.

Nadelwald

Ustka

Da Ustka ja in der Nähe liegt, haben wir noch eine Tagesausflug dorthin unternommen. Ist schon interessant wo die Busse so herfahren, da wundert es auch nicht warum die so vermackelt sind. Auf dem Weg nach Ustka gehts noch auf einen Abstecher nach Poddabie. 5 km eine sehr schmale Straße im schlechten Zustand durch den Wald und in Polen stehen die Bäume ziemlich nah am Asphalt. Wenn da mal was Größeres entgegen kommt, dann Holla die Waldfee….

Eine von vielen Holzfiguren in Rowy.

 

Aber zurück zu Ustka. Am Hafen angekommen, Militärmesse und Parade, genauso wie letztes Jahr… aber diesmal kannten wir die fußläufige Umleitung ja schon :-) Des Rätsels Lösung, heute und auch letztes Jahr hatten wir den 15. August. Der 15. August ist Mariä Himmelfahrt, ein polnischer Feiertag, der nicht nur mit der traditionellen Weihung von Kräutern gefeiert wird, sondern auch als Tag der polnischen Streitkräfte, in Erinnerung an die gewonnene Schlacht bei Warschau während des polnisch-sowjetischen Krieges 1920 (wird in Polen auch umgangssprachlich als das Wunder an der Weichsel bezeichnet).

 

Spuren im Sand.

 Darlowo

Letzter Stopp in Polen war dann Darlowo, besser bekannt auch als Rügenwalde. Ratter, ratter, ratter…. Rügenwalde? Da war doch was? – Genau, die weltberühmte Rügenwalder Teewurst hat hier ihren Ursprung, die natürlich keinen Tee enthält, aber ursprünglich wohl gern am Nachmittag (Teezeit) als Aufstrich gegessen wurde. Aber das nur mal so am Rande.

Einkaufsstrasse in Darlowo.

 

Einquartiert haben wir uns hier für 6 Nächte auf dem Kemping Przystan Bionka, ein parkähnliches Gelände direkt an der Wieprza, ca. 800 m vom Ortskern und 2,8 km vom Meer entfernt. Ein echter Geheimtipp, der Platz ist der Hammer. So eine Idylle, das kann man kaum in Worte fassen. So als Abspanner zum Ende perfekt. Das Gelände war früher mal eine Gärtnerei, die Gewächshäuser sind zerfallen und die Natur hat sich den Bereich zurückgeholt – total urig. In einem Gewächshaus, natürlich nicht zerfallen, befinden sich die selbstgebauten sanitären Anlagen, einfach aber sauber – total urig. Der Besitzer ein ganz netter Mensch, der auch ein bisschen deutsch spricht. Apropos deutsch. Während der ganzen 6 Nächte standen hier einmal Schweizer, zweimal Niederländer, einmal Schweden und ansonsten nur Deutsche. Nix mehr mit Dzin dobre, Guten Morgen war angesagt ;-)

Kemping Przystan Bionka

 

Um an die Ostsee zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten, Wassertaxi, Bus, Bimmelbahn, zu Fuß an der Wieprza entlang, zu Fuß an der Straße entlang. Bus und Bimmelbahn haben wir nicht benutzt, Wassertaxi einmal, da mit 50 Zloty für unsere Familie doch recht teuer. Ansonsten immer zu Fuß, sind ja schließlich im Urlaub und nur ausruhen tut ja auch nicht gut. In die andere Richtung in die Stadt natürlich auch zu Fuß. Wer es ganz ruhig mag, bleibt auf dem Platz, wer es ruhig mag, geht in die Stadt, wer Trubel möchte, geht an den Strand.

Blickrichtung Meer :-)

 

Für Darlowo müssen wir euch noch den ultimativen Essenstipp mit auf den Weg geben. Wenn ihr mal in der Nähe seit, geht essen ins Gosciniec Zamkowy. Mega Essen! Gehobene polnische, genauer gesagt pommersche Küche. Was man hier für umgerechnet knapp 10 Euro auf den Teller bekommt, einmalig. Absolute Toppqualität und alles hausgemacht. Unser Sohn und ich hatten gegrilltes Hähnchenbrustfilet und Gemüse mit orientalischer Soße auf Kartoffelpuffer. So eine tolle Soße habe ich noch nie gegessen und bisher dachte ich, Kartoffelpuffer schmecken doch überall ähnlich gut. – Falsch gedacht. Die Kartoffelpuffer hier, ein Traum. Absolut nicht vergleichbar mit allen anderen, die ich bisher gegessen habe. Den Ostseefisch meiner Frau habe ich nicht probiert, Fisch ihbäh. Aber auch der war wohl extremst lecker. Wurde serviert mit einem himmlischen Kartoffelsouffle. Als Vorspeise gabs Sprotten umsonst mit selbstgebackenem Brot und jeweils ein Schnaps, hicks. Alle Gerichte ganz toll angerichtet. Wenn man ein Wasser bestellt, wird das mit Zitrone, Limette und einem Pfefferminzblatt gereicht, toll.

Das Ambiente total urig und das Personal, insbesondere der Chef, der auch deutsch spricht, sehr zuvorkommend. Man fühlt sich hier wie ein König. Auf Sonderwünsche für Kinder wird auch problemlos eingegangen. Unser Tochter hatte ein Riesenkotlett mit selbstgemachten Pommes, auch dieses Gericht in excellenter Qualität. Mit Abstand das beste was wir bisher in Polen gegessen haben. Nur die Website könnte mal aktualisiert werden. Die Speisekarte dort ist nicht mehr ganz aktuell.

 

Wir hatten 4 Hauptgerichte, vier normale Getränke, ein Glas Wein, 2x Nachtisch und haben für alles zusammen knapp 56 Euro bezahlt. Hier in Deutschland hätte man für diesen Abend sicherlich 150 bis 200 Euro hinblättern müssen.

Schiebebrücke in Darlowko mit Wassertaxi.

Helmstedt

Leider sind auch drei Wochen ganz schnell vorbei. Die Rückfahrt haben wir uns wieder in zwei Etappen aufgeteilt. 550 km bis Helmstedt reichen aus. Vor allem da wir in Polen noch eine Stunde im Stau standen und kurz vor Berlin die Autobahn wegen Baustellenvollsperrung verlassen mussten. Helmstedt ist fast schon ein Traditionsort für uns. Der kostenfreie Platz am Maschweg eignet sich aufgrund der unmittelbaren Nähe zur A2 ideal als Zwischenübernachtungsplatz. Da hier knapp 20 Fahrzeuge hinpassen, kann man auch spät abends noch ankommen. Ich habe gar nicht mehr mitgezählt wie oft wir hier schon gestanden haben, aber zweistellig wird es wohl schon sein.

Maschweg in Helmstedt

 

Am Sonntag konnten wir uns dann ganz gechillt auf die letzten 240 km machen. Mit zwei brennenden Autos unterwegs und dadurch wieder ein Vollsperrung und über 30 Grad Außentemperatur war das auch im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Fahrt. Da hätte man diesen Feuerwehrmann aus Darlowo wohl gebrauchen können ;-)

Wasser marsch…

 

Fazit: Polen ist jedes Jahr wieder eine Reise wert. Das Wetter war wie gemacht für uns. Wir brauchen alle keine Hitze. So lange wir in kurzer Hose rumlaufen können, sind wir glücklich. Wir hatten die ganzen drei Wochen tagsüber zwischen 19 und 24 Grad, was für uns Traumtemperaturen sind. Es hat zwischendurch auch immer mal wieder geregnet, aber das ist in drei Wochen natürlich auch normal.

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