Herbstferien 2019 Belgien, Luxemburg und Saarland Teil 2

Mettlach

Nach unserem letzen Ziel in Luxemburg – Schengen, gehts jetzt wieder zurück nach Deutschland. Nach knapp 20 km kommen wir in Mettlach an, bzw. im Ortsteil Orscholz. In der Cloefstraße 20a, an der Johannesbad Fachklinik, gibt es einen Wohnmobilstellplatz für 6 Mobile. Ver- und Entsorgung gibt es allerdings keine, Strom auch nicht. Im Internet steht, 4 € pro Übernachtung. Wir haben allerdings festgestellt, 4 € pro Tag und da der Tag Mitternacht vorbei ist, sind das für die erste Übernachtung dann natürlich 8 €. Für jede weitere würden dann 4 € hinzukommen. Preis-/Leistungsverhältnis passt da nicht.

Stellplatz in Mettlach-Orscholz

Zum Ortskern mit Supermarkt und Bäckerei sind es knapp 1 km Fußweg. Hierhin gekommen sind wir aber wegen dem Baumwipfelpfad und der Saarschleife. Beide Attraktionen liegen in unmittelbarer Nähe des Stellplatzes, der Baumwipfelpfad ca. 500 m und der Aussichtspunkt Cloef um die Saarschleife zu sehen, ca. 1000 m.

Als erstes gehts nun auf den Baumwipfelpfad. Für mich Höhenangsthasen natürlich wieder genau das Richtige ;-) Aber wer A sagt und das Ulmer Münster besteigt muss dann auch B sagen und den Baumwipfelpfad in Angriff nehmen. Insgesamt ist der Pfad 1250 Meter lang, beginnt bei einer Höhe von 3 Meter und geht dann hoch bis 23 Meter. Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist dann natürlich die Aussichtsplattform, der dann nochmal 42 m höher liegt. Besonders für Kinder ist der Pfad sehr gut geeignet. Für 2 € Extra können die Kinder an einer Comic Rallye teilnehmen. Dafür bekommen sie ein Heft mit Fragen, die Unterwegs anhand von kindgerechten Schautafeln beantwortet werden müssen – schön gemacht. Zusätzlich gibt es natürlich auf für die Erwachsenen viel zu erleben uns sehen. Absoluter Hammer ist dann allerdings die Aussichtsplattform mit einem sagenhaften Blick auf die Saarschleife, inkl. leicht schlotternder Knie. Absolutes Postkartenmotiv. Das ist ein so fantastischer Anblick, der „brennt“ sich unvergesslich ins Gehirn ein. Dort gibt es jetzt übrigens schon zwei Bilder, das erste ist die Rakotzbrücke in Kromlau.

Direkt darunter befindet sich der Aussichtspunkt Cloef, mit dem gleichen tollen Blick auf die Saarschleife, nur ein paar Meter tiefer.

 

Saarschleife

Homburg

Kennt ihr die Schlossberghöhlen in Homburg? – Nee? – Wir auch nicht. Dabei sind das nach eigenen Angaben die größten Buntsandsteinhöhlen in Europa. Sie entstanden durch Menschenhand durch den Abbau von Buntsandstein. Der gelbe Sand wurde abgebaut, der festere rote verblieb vor Ort. Die Höhlen bestehen insgesamt aus 12 Stockwerken und erstrecken sich unter dem Schloßberg über einen Bereich von 60m Breite und 140m Länge. Das unterste Stockwerg gehört der Karlsberg Brauerei (mit K, nicht mit C), die zweite bis neunte Etage befinden sich in Privatbesitz und die Etagen 10 – 12 sind im Besitz der Stadt Homburg und können besichtigt werden.

Für ein Eintrittsentgeld von 5 Euro wird man in die Höhle geführt, bekommt einige Infos und darf sich dann so lange man will frei in den drei Etagen bewegen, aufrecht, gebückt oder kriechend, je nach Gusto. Sieht schon sehr cool aus hier drin.

Schlossberghöhle in Homburg

Erlebnisort Reden

Nach unserer zweiten Höhlenbesichtigung in diesem Urlaub geht es knapp 20 km zurück zum Erlebnisort Reden. Das ist eine alte Halde, in der fast 150 Jhare lang Steinkohle abgebaut wurde. 1997 war dann Schluss. Schön das hier was neues entstanden ist. Unser primäres Ziel ist hier der Wassergarten, der hier schön umgesetzt ist mit Simsen- und Binsenbecken, Geothermische Wärmeversorgung und Mosesgang, Seerosenbecken, Sumpfzypressenwald, Nebelbach und Grubenwasserabfluß.

Das Highlight ist hier ganz klar der Mosesgang. Hier fließt das aus der Grube gepumpte und 32 Grad heiße Wasser über Kaskaden durch einen engen Gang. Die Luftfeuchtigkeit im Mosesgang ist natürlich sehr hoch und es riecht bzw. duftet sehr interessant.

Mosesgang

Nach einem leckeren Abendessen beim Thai im Ort haben wir auf dem P3, der offiziell als Wohnmobilstellplatz ausgewiesen ist, kostenlos übernachtet. Es gibt sogar eine Stromsäule, allerdings waren wir wohl irgendwie zu doof um das störrische Ding zu bedienen. Egal welches Geldstück ich oben reingeworfen habe, es kam postwendend unten wieder raus.

Als wir später vom Essen wiederkommen, stehen hier weitere Wohnmobile und haben sogar Strom angeschlossen. Aber stört uns jetzt auch nicht. Wir haben zwar kein Solar auf unserem Wohnmobil, aber ein paar Tage kommen wir trotzdem ohne Strom aus.

Die Nacht wäre eigentlich sehr ruhig gewesen. Allerdings haben sich auf P1 einige Autoenthusiasten eingefunden, die meinen es macht doch richtig viel Spaß das Benzin einfach so zu verballern. Also fährt man mit röhrendem Auspuff die Straße immer mal wieder hoch und runter. Irgendwann ist denen dann doch die Lust vergangen oder der Sprit ausgegangen und die restliche Nacht ist absolut ruhig.

Stadtansicht vom Rhein aus.

Übernachtungsplatz

Traben-Trarbach

Bis zu unserem letzten Ziel Traben-Trarbach ist die Reiseroute komplett vorgeplant. Die letzte Nacht hatte ich noch offengelassen, aber schon mit der Mosel geliebäugelt. Freitagabend dann spontan entschieden, Samstag gehts Richtung Rheinland-Pfalz nach Traben-Trarbach. – Und das war sowas von richtig. Samstag richtig tolles Herbstwetter und Sonntag bei Abreise Dauerregen. Ich würde sagen, alles richtig gemacht. – Moment mal, dreimal richtig hintereinander? Das hört sich ja eingentlich nicht so gut an, aber hey es war doch richtig, also bleibt richtig auch überall richtig stehen ;-) Die Anreise ist aber ein bisschen abenteuerlich. Wir sind im Saarland eine Straße gefahren, ich dachte ja schlimmer wie Belgien geht nimmer, aber das war noch eine Schippe drauf. Endlos Löcher und aufgeplatzte Fahrbahnschichten, echt heftig. Als Krönung dann noch in Traben-Trarbach, Stellplatz schon in Sichtweite, eine Straßensperrung. – Na gut, kein Problem, folgt man einfach der Umleitung direkt unten an der Mosel über eine kleine Seitenstraße und glücklicherweise kaum Verkehr. Der Adrenalinkick kommt dann knappe 300 m vor dem Ziel. Auf dieser engen Straße noch eine Sperrung wegen einer Haussanierung, Führung des Verkehrs einspurig über den Gehweg mit Ampelschaltung, Gegenverkehr wartet direkt dahinter und gefühlte zur Verfügung stehende Breite 2 m. Das Wohnmobil ist aber knapp 2,30 m breit. – Okay, die 2 m sind glücklicherweise nur gefühlt, aber mehr wie 5 cm Platz auf jeder Seite gibts da nicht.  

Stehen tun wir nun für die letzte Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz Traben-Trarbach direkt am Trabener Ufer, bezahlt haben wir 14,70 € inkl. Ver- und Entsorgung, Strom, WC und Dusche.

Wohmobilstellplatz Traben-Trarbach

Hier haben wir zusammen die Stadt erkundet. Mit meiner Tochter war ich auch noch oben bei der Burruine Grevenburg. In der Stadt haben wir noch geflachst, da oben gehen wir heute aber nicht mehr hin… Aufgrund eines Caches sind wir dann aber gemeinsam hoch zum Kriegerdenkmal gewandert. Schaue dann so hoch zur Burg und denke, so weit ist das doch gar nicht… also Tochter überredet und hoch. Allerdings haben wir dann ziemlich schnell festgestellt, das gedacht falsch gedacht war. Wahnsinn wie sich der Weg noch hier hochschlängelt. Der Ehrgeiz ist dann aber doch stärker wie die müden Beine und wir schleppen uns weiter hoch und genießen als Dank eine tolle Aussicht von oben. Papa hat dann immer noch nicht genug und hängt noch eine Cachingrunde in den Weinbergen dran um Stunden später fast auf allen vieren krabbelnd wieder am Wohnmobil anzukommen. Rundrum ein gelungener Abschlusstag bei schönstem Herbstwetter, den wir abends bei leckerem Essen ausklingen lassen.

Noch ein paar interessante Facts:

Traben und Trarbach waren Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit Bad Reichenhall und Berlin die ersten deutschen Orte mit elektrischer Straßenbeleuchtung.

Traben-Trarbach besitzt 135 ha Weinlagen, 87,4% Weißweinrebsorten und 12,6% Rotweinrebsorten.

Aufstieg in die Weinberge.

 

Heul, heul, die letzte Fahrt in diesem Jahr ist nun zu Ende. Unser Wohnmobil das uns dieses Jahr wieder zuverlässig von A nach B und C und D….. gebracht hat, tritt jetzt seinen Winterschlaf an, von November bis März.

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