Rückblick Herbstferien 2015 GSN goes Rom

GSN? – Gymnasium Schloß Neuhaus. Genau, dieses Mal keine Tour mit dem Wohnmobil, sondern mit 880 anderen Schülern, Eltern und Lehrern des Gymnasiums Schloß Neuhaus für eine Woche nach Rom. Mit Höffmann-Reisen (übrigens sehr empfehlenswert!) geht es Samstag vormittags mit Bus los auf die große und vor allem lange Fahrt. 5 Tage Italien liegen vor uns, bevor es Freitag wieder Richtung Heimat geht.  Alternativ ist auch eine Anreise mit Flieger möglich. Da wir aber das Geld sparen wollen und zudem eh grundsätzlich nicht fliegen, ist im vorhinein schon klar, es wird die Busfahrt. Ich weiß es jetzt nicht mehr ganz genau, aber knapp 21 Stunden sind wir unterwegs gewesen. 1500 km sind ja auch kein Pappenstiel.

Kommt euch dieser Text bekannt vor? Dann habt ihr schon den ersten Bericht über die zweite GSN-Fahrt 2017 nach Barcelona gelesen. Heute möchte ich nun über die erste Tour berichten. Wir hoffen, das es in den nächsten Jahren, in denen unsere Tochter noch auf dieser Schule ist, eine weitere Fahrt geben wird. Hat beide Male echt viel Spaß gemacht.

Tiber mit Engelsburg

Fabulous Village Rome Lazio

Sonntagmittag kommen wir endlich auf unserem Campingplatz Fabulous Village an, ein schöner Platz im Grünen und knapp 19 km von Rom entfernt. Übernachtet wird in Bungalows. Für unsere Verfplegung hat Höffmann Reisen ein großes eigenes Küchenzelt aufgebaut. Dort gab es alle Mahlzeiten inkl. Mitternachtssnack. Das mit dem Mitternachtssnack hat unseren Sohn wohl am meisten imponiert. Während der Ferien macht er sich den zu Hause immer noch ;-)

Mit Petrus hat das GSN wohl einen Sondervertrag abgeschlossen. Klasse Wetter die ganze Woche. So muss das sein. Allerdings bleibt für den Pool auf der Anlage gar nicht so viel Zeit, aber wir wollen ja auch was sehen. Wir sind ja schließlich nicht zum entspannen hier.

Campingplatz bei Nacht

Stadtführung Rom

Zur Stadtführung werden wir mit unseren Bussen in die Innenstadt gefahren. Damit sich das nicht so „ballt“, halten die Busse an verschiedenen Stellen an, damit die Ziele, die zu Fuß jeweils mit der jeweiligen Busbetreuung abgelaufen werden, nicht von allen Teilnehmern gleichzeitig erreicht werden. Ist so auch schon voll genug in der Stadt.

Ein Ziel ist natürlich die Ponte Sant’Angelo, die Brücke zur Engelsburg, eine der schönsten Brücken über den Tiber. Ist übrigens auch hier auf dem ersten Foto zu sehen. Auf der Brücke befinden sich insgesamt 10 Engelsstatuen im Barockstil. Sie wurden von Gian Lorenzo Bemini und seinen Schülern geschaffen. Die Engel tragen alle Symbole die mit der Passionsgeschichte verbunden sind, u. a. Kreuz, Dornenkrone, Lanze. Zwei der Statuen sind allerdings nur Kopien, da sich die Original in der Kirche Sant’Andrea delle Fratte befinden. Eingeweiht wurde die Brücke 134 n. Chr., damit ist sie schon fast 1900 Jahre alt.

Am Vatikan laufen wir natürlich ebenfalls vorbei, der nach Fläche als auch nach Bevölkerungszahl der kleinste anerkannte Staat der Welt. Übrigens der einzige mit Latein als Amtssprache. Also doch nicht so tot das Latein ;-). Da der Stadtstaat innerhalb von Rom liegt ist er damit als Enklave vollständig von Italien umgeben. Circa 100 Einwohner tummeln sich auf 0,44 Quadratkilometern.

Am Trevi-Brunnen kann man aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten leider nicht so viel sehen, aber immerhin waren wir da. Mit rund 26m Höhe und 50 Metern Breite der größte Brunnen Roms und einer der bekanntesten der Welt. Aufgrund eines Volksglaubens, Details kann man auf Wikipedia nachlesen, befindet sich im Brunnenbecken ziemlich viel Kleingeld. Unglaublich was da im Jahr für Summen zusammen kommen. Haltet euch fest, im Jahr 2013 haben die Bediensteten der Stadt 1,2 Millionen Euro aus dem Wasser geholt. Übrigens wurde das Geld zumindest bis 2019 an die Caritas gespendet. Ich vermute aber mal das das weiterhin so ist.

Nach einer Eispause steht auch noch das Pantheon auf dem Programm, ein zur Kirche umgeweihtes antikes Bauwerk. Das Besondere am Pantheon ist die Rotunde, ein überwölbter Rundbau mit einem Innendurchmesser und Höhe von 43,30 m.

Eingebunden ist der Besuch in eine große Stadtrundfahrt, die uns viele schöne Ecken von Rom zeigt.

Phanteon

Papstaudienz

Mittwochs ist im Vatikan immer eine Papstaudienz in Form einer Generalaudienz. Sie findet in der Regel auf dem Petersplatz statt. Da der Einlass um 7:30 Uhr beginnt und man spätestens dann auch da sein muss, wenn man einen guten Platz ergattern will, heißt es früh morgens gegen 5 Uhr aufstehen.

Ich habe ja ehrlich erst überlegt ob ich diesen Programmpunkt überhaupt mitmache. Aber ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. Auch wenn man nicht so ein inniges Verhältnis zur katholischen Kirche hat, ist diese Audienz ein unvergessliches Erlebnis. Wenn das Papamobil in knapp 2 Metern Entfernung vorbeifährt ist das schon cool und Papst Franziskus ist recht locker drauf und segnet ab und zu auch einzelne Personen direkt, am liebsten Kinder.

Papst Franziskus

Schweizer Garde

Seit über 500 Jahren ist die Schweizer Garde ist die „Wachmannschaft“ für den Heiligen Vater. Sie stehen auch an allen offiziellen Eingängen zur Vatikanstadt und stehen den Besuchern auch für Auskünfte zur Verfügung. Übersehen kann man sie nicht in ihren traditionellen bunten Galauniformen.

Wie der Name schon sagt, sind alle Gardisten Schweizer Landesbürger. Aber wieso gerade Schweizer? Die offizielle Homepage klärt auf. Die Schweizer Soldaten galten damals aufgrund Ihres Mutes, der edlen Gesinnung und der sprichwörtlichen Treue als unbesiegbar. So sind die Schweizer damals also zum „Heiligen Stuhl“ gekommen.

Schweizer Gardist

Pompeji

Pompeji, den Namen hat wohl jeder schon einmal gehört, eine blühende Stadt, die im Jahr 79 , Christus ihr jähes Ende fand. Ein heftiger Ausbruch des Vesuvs verschüttete die ganze Stadt unter einer dichten bis zu 25 Meter dicken Schicht Vulkanasche und Bimsstein. Dadurch blieb aber alles was darunter lag, weitgehend konserviert bis die Stadt im 18. Jahrhundert wiederentdeckt wurde.

Pompeji war damals eine reiche Stadt und dehnte sich auf eine Fläche von ca. 60 Hektar aus. Sie hatte ca. 20.000 Einwohner. Da sich das „Drama“ schon ein paar Tage vorher ankündigte, sind viele Bewohner noch rechtzeitig geflüchtet, aber trotzdem sind über 2000 Personen dem Ausbruch zum Opfer gefallen.

Straße in Pompeji

Durch die Konservierung ist in Pompeji deutlich mehr erhalten geblieben als in anderen antiken Städten. Etwas ganz besonderes sind die „schlafenden Toten“. Während der langen Zeit hatten sich die meisten menschlichen und tierischen Körper zersetzt. Durch die damals schnell erkaltete Lava blieben die Knochen in einer Hohlform zurück.

Diese Hohlräume einiger Körper wurden nun mit Gips ausgefüllt und anschließend das Vulkangestein abgeschlagen. So hat man Skulpturen erschaffen, die den Todeskamp der Bewohner bis heute sichtbar machen. Die meisten von Ihnen sind damals vermutlich unter der Lava erstickt.

Leider ist viel zu wenig Geld da, um Pompeji weiter vor dem Verfall zu retten. Viele Teile der Stadt sind mittlerweile aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglich. Aber auch so ist ein Besuch absolut lohnenswert, am besten kombiniert mit einer Führung.

Marktplatz in Pompeji

Koloseum

Das Koloseum gehört zu Rom wahrscheinlich so wie der Papst zum Vatikan. Wer kennt dieses markante Gebäude nicht? Das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Es wurde zwischen 72 und 80 nach Christus errichtet und war Austragungsort grausamer und brutaler Veranstaltungen.

Die Arena hat ein ausgeklügeltes Eingangssystem. Dadurch konnte man das Stadion in 15 Minuten füllen und in nur 5 Minuten wieder räumen und das bei einer geschätzten Kapazität von 50.000 Menschen. Auch heutzutage wird beim Stadionbau dieses ausgeklügelte System mit berücksichtigt.

Kolosseum

Wer nur das Bild vom Kolosseum im Kopf hat und noch nie vor Ort war, wird in der Regel davon ausgehen, das die Arena rund ist. Das stimmt allerdings nicht. Das Kolosseum ist ellipsenförmig gebaut, 156 Meter breit, 188 Meter lang, 48 Meter hoch. Zu Beginn fanden hier sogar Schiffskämpfe statt. Nach der späteren Unterkellerung ging das aber nicht mehr. Die Hauptveranstaltungen waren Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Eventuell fanden auch Exekutionen von Verurteilten statt, das ist aber historisch nicht belegt. Zumindest „klebt“ an den alten Gemäuern unendlich viel Blut .-(

Was den meisten wohl unbekannt sein sollte, das Kolosseum ist seit  1999 ein Denkmal gegen die Todesstrafe. Immer wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Land die Todesstrafe abschafft, wird das Gebäude 48 Stunden in bunten Farben angestrahlt.

Infield

Basilika Sankt Peter im Vatikan

…das ist die offizielle Bezeichnung des Petersdom. Diese Kirche hat ein Fassungsvermögen von sage und schreibe 20.000 Menschen und ist damit eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt. Natürlich nicht alles Sitzplätze. Die meisten Leute müssen dann wohl stehen und zwar eng an eng. Die Grundfläche beträgt knapp 20.000 qm bei einer inneren Länge von 186,30 m. Das Querschiff ist 137,85 m breit. Innerhalb der Kirche befinden sich 44 Altäre, 395 Statuen und 778 Säulen. Wahnsinns Zahlen und hier kommt noch eine: Im Petersdom gibt es viele mit Mosaiken ausgeschmückte Flächen. Rechnet man diese alle zusammen, kommt man auf fast 10.000 qm.

Neben zwei Orgeln in der Chorkapelle gibt es natürlich noch eine große Hauptorgel. Auf eine der zwei „kleineren“ Orgeln durfte sogar ein Schüler des GSNs spielen.

Vatikan

Es gibt noch soviel zu sehen, aber leider steht nun die Rückreise an. Dann müssen wir halt irgendwann nochmal wiederkommen.

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