weontur goes electric – Teil 1 – Planung und Entscheidung

So ganz stimmt die Überschrift ja nicht, da unsere Fahrräder ja schon seit letztem Jahr mit einem E-Motor ausgerüstet sind, aber jetzt haben wir uns ein E-Auto angeschafft. Genauer gesagt schon im April und thematisch passt das ja auch ganz gut zu weontur. Daher möchte ich euch dieses auch für die Zukunft spannende Thema einmal etwas näher bringen.

Aufgrund der Vielzahl an Informationen, werde ich das Ganze in mehrere Teile aufteilen. In diesen Blogeinträgen gibt es dann deutlich weniger Bilder, dafür aber mehr Informationen. Wie ich das ganze Thema aufziehe und worüber ich alles schreibe, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Das wird sich erst noch ergeben. Aber was auf jeden Fall thematisiert wird, wie wir das Thema E-Auto angegangen sind? – Warum genau dieses E-Auto? – Vor- und Nachteile – Ladeproblematik – unsere Erfahrungen – Fachbegriffe erklärt – das für mich geilste Feature – Fazit.

Wie ihr seht wird es sehr spannend. Freut euch auf interessante Blogartikel. Ich bin zwar noch kein Experte auf dem Gebiet, habe aber im letzten dreiviertel Jahr sehr viel gelernt in Sachen E-Mobilität.

Nissan Leaf

die Vorüberlegungen

Als aller Erstes kam erstmal im Februar 2021 die Frage auf, ob sich ein E-Auto finanziell überhaupt lohnt. Grundsätzlich kam es, wenn überhaupt, nur als Ersatz für unseren 13 Jahre alten Zweitwagen in Frage. Den Wagen komplett abzuschaffen war auf Grund unserer Arbeit und der ländlichen Wohngegend keine Option.

Ich habe mir gesagt, wenn das E-Auto über alle Kosten gesehen genauso teuer oder günstiger wie das jetzige Fahrzeug ist, werden wir uns mit dem Thema detaillierter beschäftigen. Die Frage war auch von daher spannend, da unsere beiden Autos schon seit langem mit Autogas fahren und damit eh schon um einiges günstiger im Unterhalt sind wie Benzinfahrzeuge.

Was habe ich als erstes gemacht? Ich habe alle Kosten seit Anschaffung des Zweitwagens erfasst, d.h. Anschaffungspreis, Autogasumbau, alle Reparaturkosten, Reifenkosten, Autogaskosten, Steuern, Versicherung und natürlich auch eine Restwertermittlung mit einbezogen. Alle zusammengerechneten Kosten dann durch die bisher gefahrenen Kilometer geteilt und dadurch einen Kostensatz pro Kilometer herausbekommen. Der Vollständigkeit halber habe ich dann auch mal so getan, als ob der Wagen nicht auf Autogas umgerüstet worden wäre und habe auch dafür die Kilometerkosten berechnet.

Wenn E-Auto, war klar, kommt nur Leasing in Frage. Ein Kauf ist vom finanziellen Aufwand natürlich sehr hoch und gerade im E-Autobereich ist die technische Entwicklung, besonders im Bereich Akku, extrem schnell. Da war das Kostenrisiko bei Kauf einfach zu hoch. Nähere Infos zum Leasing könnt ihr später im Artikel noch lesen.

Fürs Leasing habe ich mal verschiedene Annahmen durchgerechnet, 2 Jahre Leasing, 3 Jahre Leasing, 10.000 km pro Jahr, 15.000 km pro Jahr, Hyundai Ionic, Opel e-Corsa und Nissan Leaf. Obwohl ich die zu erwartenden Kosten eher ein bisschen höher eingeschätzt habe, also Reifen, Inspektion, Endreinigung, Stromkosten, hat sich doch deutlich gezeigt, das bei einer Leasingdauer von 3 Jahren mit jeweils 15.000 km pro Jahr, das E-Auto immer die günstigste Variante war.

Also, klares Ergebnis: Das Thema E-Auto wird intensiviert!!!

Probefahrt und Entscheidung

Aufgrund einer Vorauswahl durch anschauen vieler Youtubevideos und lesen vieler Berichte, kamen für mich eigentlich nur drei Fahrzeuge in Frage, der Hyundai Ionic, der Opel e-Corsa oder der Nissan Leaf. Ein SUV war von vorneherein ausgeschlossen, da ich diese Fahrzeugklasse nicht mag und für unnötig erachte, aber das soll hier nicht Thema sein.

Also für jedes Fahrzeug einen Händler in der Nähe herausgesucht und jeweils am gleichen Tag eine Mail geschrieben und um einen Termin für eine Probefahrt gebeten. Das Autohaus Simon in Paderborn-Elsen als Nissan-Vertretung hat sich am schnellsten, nämlich schon am gleichen Tag zurückgemeldet, das Opel-Autohaus Fricke in Salzkotten einen Tag später und der Hyundai-Händler Hillebrand in Paderborn hat sich leider gar nicht zurückgemeldet :-( Tja hat er halt Pech gehabt, der Händler.

Ein bisschen Muffensausen hatte ich vor der Probefahrt ja schon, das erste mal E-Auto fahren. Aber die „Angst“ ist unbegründet. Im Gegenteil, E-Auto fahren ist nicht nur smart, sondern geil!!! Kein Schalten, kein Ruckeln beim Gangwechsel, die gibt es nämlich gar nicht (die Gänge) und immer ausreichend Power zur Verfügung. Nähere Details zum fahren gibt es dann im zweiten oder dritten Teil.

Die zweite Probefahrt im e-Corsa war eine Woche später angesetzt. Auch hier natürlich das gleiche Fahrgefühl, aber der Wagen war dann doch ein bisschen zu klein. Mit dem E-Fahrzeug sollte zwar unser Zweitwagen ersetzt werden, aber da dieser nur knapp 8.000 km pro Jahr zurücklegt und das E-Auto auf 15.000 km kalkuliert ist, ergeben sich daraus weniger Kilometer mit unserem Hauptfahrzeug, der Kia Ceed und für diesen Ersatz hatte der e-Corsa einfach zu wenig Platz, insbesondere auf den Rücksitzen. Der Nissan Leaf glänzt dagegen mit einem riesigen Platzangebot in der zweiten Sitzreihe. Und ein ganz wichtiges Kriterium für mich, das habe ich nämlich schon auf der ersten Probefahrt gemerkt, der Nissan Leaf unterstützt das One-Pedal-Driving und das ist sowas von genial. Aber auch dazu mehr in einem späteren Teil.

Also auf zum Autohaus Simon zum konkretisieren und verhandeln. Zur Debatte stand hier sogar die Tekna-Ausstattunglinie, die höchste Ausstattungslinie vom Leaf. Die zum Großteil günstigeren Internetangebote bestanden immer nur aus der mittleren Ausstattungsvariante. Durch eine Sonderaktion des ADAC aber auch hier preislich sehr interessant. Wartezeit sollte nur wenige Wochen betragen. Ging dann noch um das Thema Farbe. Meine Frau meinte zu mir, „schwarz wäre nicht schlecht“. Da meinte der Verkäufer: „Dann kommen Sie doch mal mit nach draußen…“ Dort steht ein gebrauchter Leaf als in Schwarz mit 3500 km auf der Uhr, der als Vorführwagen zum Einsatz gekommen ist. Dadurch natürlich sofort lieferbar. Weiterer Vorteil, normalerweise muss man die 6.000 € staatliche Förderung erst vorstrecken und sich diese anschließend vom Staat wiederholen. Da der Wagen aber schon als Vorführfahrzeug im Einsatz war, war das alles schon erledigt und wir mussten uns nicht mehr darum kümmern.

Da gab es nicht viel zu überlegen. So stand überraschenderweise schon zwei Wochen später ein E-Auto bei uns auf dem Hof.

Nissan Leaf innen

Leasing

Was ist denn Leasing eigentlich genau?

Ehrlicherweise hatte ich das selbst nie auf dem „Schirm“. Leasing hatte ich immer nur mit Gewerbe in Verbindung gebracht. Das auch Privatpersonen Autos leasen können, war mir gar nicht so richtig bewusst. Aber wie schon geschrieben, kam ein Kauf nie in Frage und dann landet man automatisch beim Thema Leasing.

Leasing ist praktisch ähnlich wie Miete. Das Leasingobjekt, in diesem Fall der Leaf, wird von einem Leasingnehmer, in diesem Fall die Nissan Financial Service, finanziert und gegen monatliche Ratenzahlung an einen Leasingteilnehmer, wir, übergeben.

Wenn man ein Auto least, sollte man immer das Kilometerleasing nehmen. Man mietet vorab eine vorgegebene Kilometerleistung, die meistens in 5000 km Schritten erhöht werden kann. Überschreitet man dann die Laufleistung, zahlt man nach, ansonsten gibts eine Kleinigkeit zurück. Ein Kostenrisiko besteht nur in dem Fall, das das Auto nicht mehr im vertragsgemäßen Zustand ist. Dazu gibt es von den Herstellern Vorgaben, welche Schäden verbrauchsgemäß sind und welche nicht. Die Bedingungen dafür sind aber echt fair.

Kosten für Wartung, Reifen etc. müssen natürlich vom Leasingnehmer übernommen werden.

Problematisch ist das Restwert-Leasing. Hier wird bei Leasingbeginn ein fixer Wert bestimmt, den das Auto nach der Mietzeit noch Wert ist. Dadurch berechnet sich auch die monatlichen Raten. Knifflig wirds dann allerdings wenn sich während der Laufzeit herausstellt, das der Restwert nicht erzielbar ist, dann haftet nämlich der Leasingnehmer.

Einen guten Überblick über die verschiedenen Leasingangebote gibt es über www.leasingmarkt.de. Eine entsprechende App gibt es dazu ebenfalls. Aber aufgepasst, oft ist eine günstige Rate angegeben, aber hohe Bereitstellungskosten. Diese müssen natürlich in das Angebot mit reingerechnet werden. Damit man das Ganze dann besser vergleichen kann, wird ein s.g. Leasingfaktor errechnet. Je kleiner dieser ist, desto besser ist das Angebot. Ebenfalls sind oft nur feste Modellkonfigurationen möglich und das Auto muss in „Timbuktu“ bzw. irgendwo in Deutschland abgeholt werden und nach Vertragsende natürlich auch wieder dorthin gebracht werden. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt ca. 6 Monate.

Weiter gehts im 2. Teil …

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