weontur goes electric – Teil 2 – Fakten, Fakten, Fakten

Der 2. und mindestens auch 3. Teil steht unter dem Motto „Fakten, Fakten, Fakten“. Hier möchte ich euch meine ehrliche Meinung zu diversen Themenfeldern der Elektromobilität schildern. Konkret in diesem Teil die Themen:

  • Geld verdienen mit dem E-Auto
  • Unterhaltskosten
  • Fahrverhalten
  • E-Pedal

null Emissionen

Geld verdienen mit dem E-Auto

Das Thema „Geld verdienen mit dem E-Auto“ war damals bei der Entscheidungsfindung noch gar kein Thema. Schlichtweg weil damals die Möglichkeit, die ich euch hier vorstelle, noch gar nicht existent war. Damit ist das natürlich auch nicht in die Kostenberechnung mit eingeflossen und verschiebt das Ganze nochmal weiter in Richtung E-Auto.

Aber worum geht es jetzt genau? – Es geht um die THG-Quote für private und gewerbliche Halter-/innen von E-Fahrzeugen.

Häh? Ich erkläre euch das mal genauer. Die Mineralölindustrie muss ihre Treibhausgasemissionen ausgleichen. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet. Und hier kommt jetzt die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) ins Spiel.

Da wir mit unseren reinen E-Autos, Plug-In-Hybride zählen hier nicht dazu, CO2-Emissionen einsparen, können wir diese an die Mineralölindustrie verkaufen. Diese können die gesetzlich vorgegebene CO2-Reduktion natürlich nicht selbst erfüllen und kaufen daher, um Strafzahlungen zu umgehen, eingespartes CO2 ein.

Jetzt in die nächste Tankstelle gehen und dem Tankwart ein CO2-Zertifikat verkaufen geht natürlich nicht. Dafür gibt es diverse Zwischenhändler im Internet, die die THG-Quote von ganz vielen E-Autofahrern sammeln und dann direkt an die Mineralölindustrie verkaufen. Stand Februar 2022 liegt die aktuelle Prämie je nach Anbieter zwischen 250 und 400 Euro. Das variiert auch immer wieder mal.

Meine Quote verkaufe ich über Fairenergy und die Prämie wird für dieses Jahr mindestens bei 300 Euro liegen. Bei Fairenergy kann ich mir die auszahlen lassen oder Energieprojekte unterstützen. Schaut euch doch einfach mal die FAQs auf der Webseite an. Eine komplette Übersicht der Anbieter findet ihr z.B. hier.

Cool, oder?

Cockpit klassisch und modern

Unterhaltskosten

Spannend ist natürlich auch die Frage was uns der Leaf so an Unterhalt kostet.

Die KFZ-Steuer können wir schon mal direkt streichen. E-Autos sind für 10 Jahre steuerbefreit.

Auch für die jährlichen Inspektionen habe ich eine gute Nachricht für euch. Die ist nämlich für E-Autos deutlich günstiger. Für die erste große Jahresinspektion haben wir 129,12 € bezahlt. Zum Vergleich, unser Kia Ceed liegt hier bei 300 bis 400 €. Elektroautos brauchen keine regelmässigen Zahnriemen-, Öl-, Ölfilter- oder Zündkerzenwechsel, die sind hier nämlich gar nicht verbaut. Wasserpumpe, Kühler, Auspuffanlage oder Kupplung … gibts beim E-Auto ebenfalls nicht. Bremsen und Bremsbelege halten ebenfalls deutlich länger aufgrund der Rekuperationstechnik, dazu aber später noch mehr.

Eure Reifen werdet ihr aber häufiger wechseln müssen. Aufgrund des hohen Drehmoments, das auch immer voll verfügbar ist, verschleißen die einfach schneller. Bin mal gespannt wie viele Reifensätze wir auf den geleasten 45.000 km benötige.

Nächster wichtiger Punkt ist natürlich die Versicherung. Bei Leasingfahrzeugen ist eine Vollkasko Pflicht und auch eine GAP-Versicherung solltet ihr dann unbedingt abschließen. Das ist eine Differenzabdeckung, wenn ihr z.B. einen Unfall hattet und das Auto dadurch nicht mehr den gleichen Marktwert hat, wie ein unfallfreies Auto. Trotz alledem ist auch die Versicherung für ein Elektroauto in der Regel günstiger wie für einen Verbrenner.

Auch die Verbrauchskosten pro Kilometer sind i.d.R. deutlich günstiger, dazu aber mehr im 3. Teil.

nettes Popöchen

Fahrverhalten

Ich gebe ja zu, ein bisschen aufgeregt war ich ja vor der ersten E-Auto-Probefahrt. Nach dem wir losgefahren sind, hat sich aber ziemlich schnell ein Wow-Effekt eingestellt.

Ich habe ja gedacht, ich bin ein „Schalter“ und konnte mir ein klassisches Automatikfahrzeug gar nicht vorstellen. Das kann ich jetzt auch noch nicht, aber beim E-Auto ist das echt ein cooles Feeling. Hier gibts ja gar keine Gänge, bzw. doch, aber nur einen, daher muss auch nie geschaltet werden, weder manuell noch automatisch. Des weiteren steht das Drehmoment jederzeit in voller Kraft zur Verfügung, egal ob man gerade losfährt oder mit 50 hinter einem Trecker herjuckelt, einmal aufs Gas und es geht ordentlich vorwärts.

Da das Auto einen sehr niedrigen Schwerpunkt hat, weil die Akkus ja unten verbaut sind, liegt der Wagen auch gut auf der Straße.

Da bei hohen Geschwindigkeiten der Stromverbrauch stark ansteigt, sind die meisten Elektroautos in der Höchstgeschwindigkeit gedrosselt. Unser Leaf schafft beispielsweise „nur“ 144 km/h. Die möchte man i. d. R. aber auch gar nicht fahren, da man das sofort am Reichweitenzeiger sieht. Auf der Autobahn z.B. 120 km/h sind hier aber ein guter Kompromiss. Man kommt immer noch zügig vorwärts und der Stromverbrauch hält sich auch noch in Grenzen.

auch ganz nett

E-Pedal

One-Pedal-Driving ist allerdings das genialste am E-Auto, das bedeutet Fahren mit nur einem Pedal (können leider aber nicht alle E-Fahrzeuge). Das Kupplungspedal fällt ja eh schon weg und beim One-Pedal-Driving benötigt man auch die Bremse so gut wie gar nicht. Beschleunigen und Bremsen wird fast ausschließlich über das angepasste Gaspedal gesteuert. Wenn ich den Fuß vom Gas nehme, bremst das E-Auto automatisch ab und beim Leaf sogar bis zum Stillstand. Drücke ich das Pedal wieder durch, beschleunigt das Fahrzeug wieder. Das heißt, fahre ich vorausschauend, kann ich auf das Bremspedal komplett verzichten. Das kommt dann nur noch bei Gefahrenbremsungen bzw. wenn ich mich mal mit der Bremswirkung verschätzt habe. Das finde ich sowas von angenehm und bequem. Und funktioniert sogar am Berg absolut problemlos.

Aber wie funktioniert das? – Für die „negative“ Beschleunigung ist der Elektromotor verantwortlich. Dieser schaltet beim Bremsvorgang, also wenn ich den Fuß vom Gas nehme, in den Generatorbetrieb und wandelt den Schwung des Fahrzeugs in elektrische Energie um, die s.g. Rekuperation. Dadurch erhöht sich natürlich auch die Reichweite.

Meines Wissens ist Nissan auch der Erfinder dieses Systems. Tesla nutzt das System ebenfalls und BMW auch in einigen Modellen. Viele E-Autos bieten das aber leider nicht an. Diese können dann nicht mit dem einen Pedal ganz gestoppt werden, sondern rollen noch mit wenigen km/h weiter wenn man den Fuß komplett vom „Gas“ genommen hat.

Für mich persönlich gehört das One-Pedal-Driving zu den zwei TOP-Kriterien, die ein E-Auto für mich erfüllen muss.

Weiter gehts im 3. Teil …

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.