Christi Himmelfahrt 2022 Bremen

Über das verlängerte Wochenende soll es in das kleinste Bundesland, nach Bremen gehen. Eingemietet haben wir uns auf dem Stellplatz „Zum Kuhhirten“, den wir von einem früheren Besuch schon kennen. Krankeitsbedingt findet die Tour leider in kleinerer aktiver Besetzung statt. Auch das Wetter ist uns diesmal nicht wohlgesonnen. Regen und Wind begleitet uns das ganze Wochenende, aber egal, für einen Camper gibt es kein schlechtes Wetter. Hauptsache Natur. Richtig gelesen. Wir sind zwar in Bremen, aber der Stellplatz liegt ruhig im Grünen unter Bäumen und ein Fakt, keine andere deutsche Stadt hat mehr Grünflächen als Bremen. So gibt es hier pro Einwohner 70% mehr Grünfläche als in Berlin. Apropos wo wir gerade bei Fakten sind… Ratet mal wie hoch der „höchste Berg“ in Bremen ist? – sagenhafte 32,5 m ü. NN, die Erhebung im Friedehorstpark. Und weil es so schön ist, noch ein Fakt. Bremen ist das einzige Bundesland, das aus zwei Städten besteht, nämlich Bremen und das 55 km entfernte Bremerhaven. Das gehört ebenfalls zu Bremen. Und noch verrückter, durch die große Entfernung ist damit das Bundesland zweigeteilt, beide Städte sind nämlich von Niedersachsen umgeben.

Ganz entspannt fahren wir schon Mittwochabend los und legen eine Zwischenübernachtung  in Sulingen ein. Die Strecke nach Bremen über Bundesstraße sind wir schon oft gefahren. Auch nach Bremerhaven oder Cuxhaven nehmen wir immer diese Route. Das erste Mal halten wir diesmal aber in Sulingen. Dort gibt es einen kleinen Stellplatz (umgewidmeter Parkplatz) mit Strom hinter einem Wohngebiet an einem kleinen See. Das coole, der Platz ist kostenfrei. Sulingen, vielen Dank dafür.

Dieser Blogartikel ist übrigens eine Coproduktion von meiner 12-jährigen Tochter und mir.

Idylle pur in Sulingen

Am Donnerstag gehts dann weiter zum eigentlichen Ziel Bremen. Der Stellplatz „Zum Kuhhirten“ liegt gegenüber der Altstadt auf der anderen Seite der Weser. Zu Fuß sind es knapp 1,3 km bis zur Innenstadt. Eine Übernachtung kostet 17,00 Euro inkl. aller Personen, Hund und Entsorgung. Möchte man die Toiletten nutzen, zahlt man pro Tag und Mobil 2,00 € extra. Trotz des eher schlechten Wetters war der Platz gut gefüllt. Jeden Tag ab ca. 15:00 Uhr rien ne va plus, nichts geht mehr, voll belegt.

das Original

Bremer Stadtmusikanten

Was den Berlinern das Brandenburger Tor und den Parisern der Eifelturm ist, sind in Bremen natürlich die Bremer Stadtmusikanten aus dem bekannten Grimmschen Märchen, eines der bekanntesten Wahrzeichen in der Stadt.  Die Statue steht prominent vor dem Bremer Rathaus. Jetzt kommt mir eine Frage auf: Wie viele Konzerte haben die Bremer Stadtmusikanten wohl schon gegeben?

Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, begegnet man immer wieder den 4 Musikanten, an Hausfasaden, als Kuscheltiere, auf T-Shirts, an Rohren usw. Eine der zuvor genannten Variationen ist auf einem Wasserrohr am Brunnen in der Böttcherstraße an der Bonbon Manufaktur. Übrigens, wer weiß, wer hier den Hahn geklaut hat, bitte vertrauensvoll an die Touristeninfo wenden. Die suchen schon länger nach dem ausgeflogenen Exemplar.

Fälschung!!!

Schnoorviertel

Pflichtprogramm ist natürlich auch das Schnoorviertel, nicht weit von den musikalischen Gesellen entfernt, also das Original am Rathaus. Wer alte Häuser und kleine niedliche Gässchen mit kleinen Geschäften und Cafes mag, ist hier genau richtig. Eigentlich heißt es her „der Schnoor“, genannt wird es aber einfach Schnoorviertel. Die ältesten Bauwerke hier stammen aus dem späten 14. Jahrhundert.

Den zweiten Weltkrieg hat das Viertel relativ unbeschadet überstanden, die Bagger fast nicht. In den 1950er Jahren gab es tatsächlich Abrisspläne, die gottseidank unwiderruflich in den staubigen Schubladen verschwunden sind. Eine der wichtigsten touristischen Attraktionen von Bremen würde ansonsten fehlen.

Da haut jemand mit dem Einkaufswagen ab…

Böttcherstraße

Die Böttcherstraße ist ein der bekanntesten Straßen in Bremen. Das sieht man auch an den Touristenmengen hier. Sie ist 108 Meter lang und hat sogar eine eigene Internetseite.Dort gibt es auch das berühmte Glockenspiel das jeden Tag um 12, 15 und 18 Uhr erklingt. Die Straße liegt ein bisschen versteckt, ist aber ein absolutes „Bremenmuss“ und sehr sehr urig.

Bremer Rathaus

Geocaching

neben einigen Tradis gibt es hier auch mehrere sehenswerte Labcaches. Insbesondere den „Bremer Geheimnisse“ möchte ich euch ans Herz legen. Dort erfährt man einige spannende Geheimnisse, u.a. auch was es mit dieser Bank hier auf dem Foto auf sich hat.

Das ist nämlich der Schatzkammer Notausgang. Häh? – Ja genau. Unter diesem Platz befindet sich die Schatzkammer des Bremer Ratskellers. Hier können auf ca. 5000 qm bis zu 36.000 Flaschen Wein gelagert werden und hier sind wahre Schätze zu entdecken, unter anderem auch der älteste Fasswein Deutschlands und ca. 1150 Sorten deutscher Weine.

In den Keller kommt man nur mit Führung und durch das wachsende Interesse daran wurde 2006 ein Notausgang erforderlich. Die Treppe dazu befindet sich direkt unter dieser Bank. Im Ernstfall ertönt ein lautes Warnsignal, damit sich alle Bankgäste fürchterlich erschrecken und schnell das Weite suchen. Die Bank klappt dann nämlich gemeinsam mit der Steinplatte zur Seite und gibt den Notausgang frei.

„Schleuder“-Bank

Krimi-Trail

Wir haben mal wieder was neues ausprobiert, den Krimi-Trail Bremen: Feuerteufel im Weserstadion. Krimi-Trials gibt es auch in vielen weiteren deutschen Städten. Einfach mal die Suchmaschine des Vertrauens anwerfen und nach Krimi-Trail suchen.

Im Krimi-Trail übernimmt man die Ermittlungsarbeiten in einem fiktiven Kriminalfall. Hier ein Erpressungsfall beim SV Werder Bremen. Nach Bestellung und Bezahlung des Trails, in diesem Fall 25,00 €, bekommt man einen Link und kann dann die „Krimiakte“ runterladen. Dabei handelt es sich um die Beschreibung des Falls, Vorstellung der Verdächtigen und Übersicht über bereits gesicherte Beweismittel. Am besten druckt man sich diese „Krimiakte“ vorher aus, dann kann man sie während der Falllösung noch mit Notizen vollkritzeln. Digital auf dem Handy oder Tablet geht natürlich auch.

In der Akte befindet sich ebenfalls eine Karte mit den einzelnen Ermittlungsstationen. An jeder Station muss ein Rätsel/Frage beantwortet werden. Die Antwort wird dann per SMS verschickt und wenn sie richtig ist, gibts einen Hinweis. In welcher Reihenfolge man die Stationen abläuft oder wie bei uns mit dem Rad abfährt, ist dabei egal. Mit den Hinweisen kann man nach und nach mögliche Täter ausschließen um anschließend den wahren Täter überführen zu können.

Wir fanden die Fragen allerdings teils doch sehr einfach und die Auflösung ebenfalls. Allerdings sind wir auch Geocachingerfahren, was so einen Krimi-Trail einfacher macht. War auf jeden Fall mal eine interessante Abwechslung.

geniale Umwidmung

Jump-House

Es gibt viele Dinge die man als Kind mindestens einmal gemacht haben sollte. Dazu gehört auch der Besuch einer Trampolinhalle, obwohl der Spaß nicht ganz billig ist. Bei uns steht das Jump-House in Bremen auf der Liste.

Im Jump-House Bremen gibt es auch einen kleinen Kletterparcours, den die Jungs ausgelassen haben. Die Hindernisse sind schwer, aber machbar. Abschließend schließt sich auch noch ein Seilbahnparcours an.

Als nächstes haben wir dann die ganz normalen Trampoline ausgetestet, die zu einer großen Trampolinlandschaft zusammengestellt sind, so dass man von Trampolin zu Trampolin kreuz und quer springen kann. Ebenfalls zum springen gibt es zwei lange Trampoline mit jeweils einem Basketballkorb am Ende. Einmal für die Großen einen Korb in Originalhöhe und einmal ein niedrigerer Kinderkorb.

Auch ein großer Ninjaparcour mit drei Strecken auf drei Ebenen befindet sich in der Halle. Ehrlich gesagt sind das im Fernsehen immer einfacher aus wie es wirklich ist. Bei einigen eigentlich einfach aussehenden Hindernissen haben wir uns ziemlich dämlich angestellt. Gut das uns hier Niemand kennt in Bremen.

So ein komisches Drehding mit einer niedrigen und einer höheren Stange die sich drehen, steht hier auch noch rum. Über die kleinere springt man drüber, bei der größeren duckt man sich. Die Kinder sind damit gut klargekommen. Papa hat sich eher blamiert. Das Problem ist die kleinere zum springen, ducken geht ja noch. Und immer schneller werden die Biester auch noch. Aber uns kennt ja keiner hier;-)

Gekämpft haben wir auch noch gegeneinander. Natürlich nicht mit Waffen, sondern mit extra weichen Stangen auf einem Balancierbrett.

Da es leider recht voll war und die Aufpasser nicht immer eingegriffen haben, wenn sich jemand zu lange an einer Attraktion aufgehalten hat, konnten wir nicht alle Attraktionen ausprobieren. Am Ende war einfach die Zeit alle, man bucht nämlich vorab ein Zeitfenster von 60, 90 oder 120 Minuten.

U-Boot-Bunker Valentin

Letzter großer Programmpunkt ist der U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge, heute Rekum, eine gigantische Anlage. Hier auf dem Foto sieht man noch nicht einmal die Hälfte des Bunkers.

Der Bau des Bunkers begann 1943 mitten im zweiten Weltkrieg und wurde im März 1945 nach 95%-tiger Fertigstellung gestoppt. Tausende Zwangsarbeiter sind auf dieser Baustelle ums Leben gekommen. Das Regiment hier war genauso brutal wie in den Konzentrationslagern. Absolut grausam.

Gebaut werden sollten hier U-Boote des Typs XXI. Der Bunker besitzt eine Grundfläche von 35.375 m² und ist damit der größte freistehende Bunker in Deutschland und nach der U-Boot-Reparaturwerft Brest in Frankreich der zweitgrößte Europas. Die gigantischen Ausmaße: Länge 419 m, Breite zwischen 67 und 97m, Außenhöhe 20-22m.

Ein Teil, der noch bis 2010 von der Bundeswehr als Depot benutzt wurde, ist heute begehbar, der andere Teil ist Ruine und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Durch den offenen Teil und über das Außengelände führt ein sehr sehenswerter Rundgang mit vielen Informationen. Das Ganze ist kostenlos. Zu den Öffnungszeiten erkundigt ihr euch am besten auf der Homepage. Neben der offiziellen Homepage findet man auch bei Wikipedia viele Informationen zum Bunker.

Teil des Bunkers

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