Fronleichnam 2022 Ostfriesland

Auch dieser Kurztripp findet leider wieder in kleinerer aktiver Besetzung statt. Diesmal geht es für 4 Übernachtungen nach Ostfriesland, genauer gesagt ins Emsland. Start ist in Ostrhauderfehn, der Rest wird spontan geplant. Diese Gegend haben wir schon länger auf dem Plan und so geht es ganz entspannt Mittwochabend los. Da in Niedersachsen keine Ferien sind, sollte auch der Stellplatz kein Problem sein.

Fehnkanal

Ostrhauderfehn

Erstes Ziel ist die südöstlichste Gemeinde Ostfrieslands im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Niedersachsen, also rechts unten in der Ecke;-)

Grundsätzlich ein sehr schöner Ort, aber leider gibt es kein richtiges Ortszentrum. Der Ort ist eher schmal und lang, durch die schönen Fehnkanäle aber sehenswert. Das Wort „Fehn“ ist vom niederländischen „Veen“ abgeleitet und bedeutet „Moor“. Damit sind Orte wie Ostrhauderfehn und Rhauderfehn Orte, an denen damals Brenntorf gewonnen wurde.

Der Hauptkanal ist der schiffbare Kanal, der damals zum Abtransport der Ware genutzt wurde. Kleine Seitenkanäle s.g. Wieken dienten zur Entwässerung der Moore. Der Hauptkanal, der durch Ostrhauderfehn fließt, hat eine Länge von fast 7 Kilometern, ist durchschnittlich 15 bis 20 Meter breit und 1 bis 2 Meter tief. Sehenswert sind die vielen kleinen weißen Klappbrücken, die heutzutage aber nicht mehr hochgeklappt werden können, sondern in der Regel fest montiert sind. Ist ja auch kein Schiffsverkehr mehr. Allerdings wollte der Kleinwagen, den der Abschlepper rückwärts aus dem Kanal gezogen hat, den Schiffsverkehr wohl wieder aufnehmen und ist dabei versackt. Man sollte halt nur mit schwimmfähigen Autos dort reinfahren.

Entlang der Wieken führt auch die Wiekentour, eine knapp 28 km lange Radtour. Sie zeigt markante Plätze, die jeweils mit Informationstafeln versehen sind. Knapp die Hälfte der sehenswerten Route bin ich mit meiner Tochter abgefahren.

Übernachtet haben wir auf dem Reisemobilstellplatz Ostrhauderfehn direkt am Rathaus für 7 Euro die Nacht, inkl. Entsorgung und WC. Auch Duschen ist gegen ein kleines Entgelt möglich. Also Preis-/Leistung echt topp und insgesamt ein schöner empfehlenswerter Platz.

Klappbrücke

Papenburg

Nach zwei Nächten in Ostrhauderfehn fahren wir ein paar Kilometer weiter nach Papenburg. Die ganze Gegend hier mit den Fehnkanälen ist wirklich schön. Auf der Anfahrt nach Papenburg kommen wir auch durch Rhauderfehn. Die „Hauptstraße“ durch den Ort ist durch den Kanal getrennt und ein optisches Highlight.

Um möglichst nah an die Innenstadt zu kommen, steuern wir den gemischten Parkplatz an der Rathausstraße an, den wir auf park4night gefunden haben. Es ist ein großer Parkplatz auf Wiese und Schotter gegenüber dem Rathaus und dem Krankenhaus. Liegt zwar direkt an der vielbefahrenen B70, trotzdem haben wir überraschend gut geschlafen. Die Lage zur Innenstadt ist aber unschlagbar. Einmal die B70 kreuzen und schon befindet man sich in der Fußgängerzone.

Wir sind heute das erste Wohnmobil hier. Im Laufe des Tages kommen noch drei weitere dazu. Auch mit Autos ist der Platz nicht allzu voll. Strom, Ver- und Entsorgung gibt es nicht, dafür haben wir hier aber umsonst genächtigt. Wir persönlich finden, für ein bis zwei Nächte um Papenburg zu erkunden absolut perfekt. Das ist sowieso eine Unart, die ganzen aufgemotzten Stellplätze mit allem Pipapo, die dann natürlich auch nicht ganz billig sind, die Investionen müssen sich ja auch rechnen. Strom ist ganz nett, weil wir kein Solar haben, aber mehr braucht es auf einem Stellplatz wirklich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Moorbahn

Papenburg = Meyerwerft, Meyerwerft = Papenburg… Diese Assoziation fällt einem wohl als erstes ein. Wir haben die Werft allerdings nicht besichtigt. Für irgendwann steht das aber auch noch auf dem Programm. Kommt damit auf unsere Bucketlist.

Aber Papenburg hat noch viel mehr zu bieten. Unter anderem eine tolle Altstadt mit ihren pittoresken (schon das zweite komplizierte Fremdwort in diesem Absatz ;-)) Kanälen. Schließlich ist Papenburg Deutschlands älteste und längste Fehn-Kolonie und wird auch Venedig des Nordens genannt, wobei, bei diesem Titel hat Friedrichsstadt auch noch ein Wörtchen mitzureden. Die ganzen Kanäle auf dem Stadtgebiet haben übrigens eine Gesamtlänge von ca. 40 km.

In der Einkaufstraße stehen immer wieder schön angelegte Sitzecken. Das ist für uns Männer ganz gut, wenn die Frauen durch die ganzen Boutiquen schlendern. Draußen an der frischen Luft ist es doch viel schöner und vor allem auch preiswerter.

Und jetzt noch drei weitere Besonderheiten von Papenburg.

  1. Die Papenburger Bockwindmühle am Hauptkanal, die letzte ihrer Art im Emsland und eine der letzten in Deutschland.
  2. Die Meyerwerft besitzt das größte überdachte Trockendock Europas
  3. Diese Besonderheit werden die meisten nicht kennen, ich ebenfalls nicht. Leider ist diese Besonderheit auch nicht öffentlich zugänglich. In Papenburg befindet sich nämlich eine der weltweit größten herstellerunabhängigen Automobil-Teststrecke. Wer nähere Infos dazu lesen möchte, den Verweise ich an Wikipedia.

Zwei Caches hier möchte ich euch auch noch ans Herz legen. Das TB-Hotel Papenburg (GC-Code GC8KGZN) befindet sich direkt am Stellplatz und ist eine superschöne Bastelarbeit. Ein bisschen zum Nachdenken ist Rocketman (GC-Code GC986CN). Hier muss man sich erstmal Gedanken machen, wie man an das Logbuch drankommt.

Papenburg

Strücklingen

Die letzte Nacht verbringen wir auf dem Reisemobilpark Sagter-Ems in Strücklingen. Wer Ruhe und Erholung sucht ist hier genau richtig. Aber Achtung, in Strücklingen gibt es zwar Bäcker und Fleischer, aber keinen Supermarkt. Dazu muss man knapp 3 Kilometer nach Ramsloh fahren.

Bei schönem sonnigen Wetter wird gleich die Markise ausgefahren und Tisch und Stühle aufgestellt. Man steht hier nämlich auf einer schönen parzelierten Rasenfläche. Mit dem Fahrrad kann man dann gut die nähere Umgebung erkunden.

In Elisabethfehn findet ihr das Moor- und Fehnmuseum, das sehr interessant aussieht mit Aussengelände und zwei Ausstellungshäusern.

Kneipenschiff in Ostrhauderfehn

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