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Pfingsten 2024 – Drenthe

Aufgrund des regnerischen Wetters lassen wir das Pfingstreiseziel 2024 lange offen und buchen uns erst drei Tage vor Abreise auf dem Campingplatz Tikvah inmitten des Naturschutzgebietes Drentsche Hochland in Holland, nein, natürlich Niederlande :-). Holland ist nur eine Provinz und nicht das Land, das heißt Niederlande.

Allerdings versetzt uns die Niederlande kurz vor Abreise noch einen kleinen Schock als ich nachschaue was für Regeln für e-Scooter dort gelten. Aufgrund Monis Erkrankung sind wir für längere Touren ja auf dieses Ding angewiesen. Hier sind die Scooter allerdings illegal und dürfen auf öffentlichem Raum nicht benutzt werden. Rechtlich gesehen gelten Sie als Mofa, da sie aber keinen Sitz haben, sind sie halt illegal. Eigentlich sollte es schon 2023 zu einer gesetzlichen Regelung kommen, allerdings hat das Regierungschaos alles zum Stoppen gebracht. Das Risiko einer 400 € Strafe oder sogar Beschlagnahmung des Fahrzeugs gehen wir nicht ein und schränken unseren Aktionsradius daher deutlich ein.

Die nächste Niederlandtour startet erst, wenn hier auch e-Scooter legal gefahren werden dürfen, denn das Land gefällt uns wirklich gut.

place to be

18.05.2024 – Anreise Camping Tikvah

Für die Pfingsttour haben wir uns ein Ziel ausgesucht, das nicht soweit weg ist, sind nur 240 km. Da die meisten wahrscheinlich Richtung Nord- oder Ostsee fahren, wir aber eher nordwestlich, haben wir eine sehr entspannte Anreise, die wir noch mit einem kleinen Zwischenstopp in Emmen garnieren. Hier gibt es übrigens stadtnah einen kostenfreien Stellplatz ohne alles. Obwohl das Städtchen nicht allzu groß ist, gibt es auch hier ein großes kostenfreies und bewachtes Fahrradparkhaus. Daumen hoch für die Belgier und Niederländer.

Nach einem Start mit niederländischen Pommes und einer kleinen Erkundungstour geht es dann weiter in die niederländische Provinz Drenthe, genauer gesagt mitten ins Naturschutzgebiet Groot Zand.

Der Campingplatz Tikvah befindet sich ruhig gelegen an einem alten Hof auf mehreren mit Bäumen umfassten Wiesen. Die Stellplätze sind sehr großzügig, da die Wiesenmitten grundsätzlich freibleiben und alle Camper sich am Wiesenrand befinden. Dadurch wirkt alles sehr großzügig. Für 3 Nächte zahlen wir inkl. Strom und Kurtaxe 97,05 €, was für einen niederländischen Campingplatz günstig ist. Tikvah ist übrigens ein hebräisches Wort und bedeutet „Hoffnung“, denn ganz in der Nähe befindet sich die Gedenkstätte des ehemaligen „Kamp Westerbork“.

Heidelandschaft

19.05.2024 – Kamp Westerbork

Manchmal gibt es schon interessante Zufälle. Ausgesucht habe ich den Campingplatz nach Verfügbarkeit und nicht so weit weg. Ganz zufällig befindet sich ganz in der Nähe das Gelände des ehemaligen Lagers Kamp Westerbork. Hier wurden alle niederländischen Juden, Sinti und Roma, insgesammt knapp 107.000 zentral zusammengeholt und dann von hier in die verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Von den Lagerinsassen haben gerade mal knapp 5.000 überlebt. Auch Anne Frank befand sich in diesem Lager. Ein weiterer Zufall, in den letzten Wochen war in Mayas Deutschunterricht Anne Franks Tagebuch Thema und just vor ein paar Tagen waren sie mit dem Buch fertig. Gelerntes vertiefen nennt man sowas dann wohl.

Vorne an der Straße ist ein interessantes Museum. Mit der Eintrittskarte kann man dann auch die knapp 3 km zum ehemaligen Lagergelände mit dem Bus fahren. Bis auf das Haus des Lagerkommandanten, das verwitterungssicher unter Glas oder Plexiglas eingeschlossen ist, gibt es hier leider so gut wie nichts historisches mehr. Wurde damals alles abgerissen. Trotzdem aber sehenswert gemacht mit verschiedenen „Gedenkstationen“.

Aber noch ein paar Worte zum Lager, das während des Zweiten Weltkriegs als „Portal zur Hölle“ bekannt wurden. Es war ein „Durchgangslager“ zu den Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau und Sobidor. Gebaut wurde das Lager allerdings schon 1939 als Flüchtlingslager. Zwischen 1942 und 1944 verließen insgesamt 98 Züge das Lager, 57.800 Deportierte nach Auschwitz-Birkenau, 34.133 nach Sobidor, 3.724 nach Bergen-Belsen und 4.466 nach Theresienstadt. Anne Frank war nur knapp 1 Monat im Lager bevor sie am 3. September 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde.

Auf dem ehemaligen Apellplatz befindet sich das Monument „De 102.000 stenen“ (Die 200.000 Steine), die jeweils für einen ermordeten Insassen stehen. Wikipedia schreibt dazu: … das auf die Initiative von ehemaligen Lagergefangenen errichtet wurde. Die 102.000 Steine stehen für die 102.000 Menschen, die von Westerbork aus weiterdeportiert wurden und nicht zurückgekehrt sind. Die Steine sind unterschiedlich hoch. Damit zeigt das Monument nicht nur die große Anzahl an Menschen, die ermordet wurden, sondern betont die Individualität jedes einzelnen Opfers. Auf dem Großteil der Steine sind Davidsterne angebracht, die symbolisch für die jüdischen Opfer stehen. Auf etwa 200 Steinen ist eine Flamme zu finden. Diese Steine stehen für die Roma und Sinti, die von Westerbork aus weiter deportiert wurden. Die Steine, auf denen kein Symbol befestigt ist, stehen für die Widerstandskämpfer, die von Westerbork aus weiter deportiert wurden. Das Besondere des Monuments ist, dass die Steine aus der Vogelperspektive eine Kartographie des Gebiets der Niederlande widerspiegeln.

Einmal im Jahr verlesen Freiwillige 5 Tage und Nächte lang die Namen und Geburtsdaten aller Deportierten.

Haus des Kommandeurs

20.05.2024 Cachen und Hooghalen

Schon gestern morgen und so auch heute bin ich freiwillig schon gegen 7:00 Uhr aus dem Bett gepurzelt um cachen zu gehen, bzw. zu fahren mit dem Rad. So habe ich hier zwei schöne Runden gedreht und konnte die wunderschöne Gegend genauer erkunden.

Mit Moni gings dann noch zu Fuß die knapp 1 km Strecke nach Hooghalen, ein kleines typisches niederländisches Dorf mit knapp 1300 Einwohnern. Ein bisschen einkaufen, kurz umschauen und wieder zurück.

Bevor knapp 6 km entfernt die Motorradrennstrecke Assen gebaut wurde, gab es hier übrigens öffentliche Straßenrennen, die auch hier durch Hooghalen führten. Gefahren wurde hier von 1926 – 1955.

Denkmal

Da war doch noch was…

Bei meiner sonntäglichen Cachingtour ist mir was entgegen gekommen, ich dachte ich traue meinen Augen nicht. So etwas abgefahrenes habe ich ja noch nie gesehen. Aber wenn es sowas irgendwo gibt, dann wohl in den Niederlanden.

Mir ist ein Laufbandfahrrad entgegen gekommen. Das Rad an sich sieht schon sehr spacy aus und wenn dann sich noch jemand damit fortbewegt, das ist schon irre. Gibt hier auf der verlinkten Seite ein eindrückliches Video dazu.

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