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Euroleage Basketball FC Bayern – Maccabi

Es war ein Tag im November 2025 und die Planung der restlichen Urlaubstage stand an. Einer vor Weihnachten, einer zwischen Weihnachten und Neujahr und ich nach Neujahr. Japp, das ist ein guter Plan.

Was kann man denn nun machen? Ist vielleicht ein Basketballspiel in München? – Oh ja, sogar Euroleage, am 2.1.2026 FC Bayern München gegen Maccabi Tel Aviv und da Maya ja Weihnachtsferien hat, steht der Plan fest, wir fahren wieder nach München!!! GEIL!!!

Rathaus im Dunkeln

01.01.2026 – Anreise mit RE und ICE

Der ICE direkt ab Paderborn ist ja leider Geschichte, man muss jetzt zwingend mit dem Regionalexpress nach Kassel-Wilhelmshöhe fahren. Dieser Zug fährt jede Stunde und wenn alles klappt hat man anschließend 27 Minuten Aufenthalt, bevor der ICE nach München kommt. Normalerweise reicht das auch locker aus, aber mit dem RE haben wir vergangenes Jahr auch schon so unsere Erfahrungen gemacht und somit siegt das Bauchgefühl und wir nehmen eine Bahn eher ab Paderborn mit Aufenthalt in Kassel-Wilhelmshöhe von knapp 1,5 Stunden. Es stellt sich auch schnell heraus, das das Bauchgefühl genau richtig gelegen hat. Der eigentliche RE hat 30 Minuten Verspätung und damit hätten wir unseren ICE verpasst. Somit sitzen wir 11:22 Uhr ganz entspannt im Zug und genießen die Fahrt nach München.

Eingebucht haben wir uns diesmal im Hampton by Hilton in Schwabing. Dazu müssen wir ab Hauptbahnhof mit der U2 bis Frankfurter Ring und von dort entweder knapp 1 km zu Fuß oder mit Bus weiter. Bis auf eine kleine abendliche Stadtrunde zum Beine vertreten, steht heute auch nichts mehr an. So ein langer Anreisetag schlaucht ganz schön.

Pumuckl treibt sein Unwesen

02.01.2026 – Jüdisches Museum – SAP-Garden

Nach einem leckeren Frühstücksbuffet im Hotel machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Heute wollen wir uns das Jüdische Museum anschauen. Maya findet es sehr interessant, mich überzeugt es leider nicht ganz. Die Dauerausstellung ist leider nur im Keller. Im 1. und 2. Obergeschoss ist eine Sonderaustellung „Die Dritte Generation“ aufgebaut. Ich hätte mir mehr Platz und Informationen in der Dauerausstellung gewünscht.

Wir fahren anschließend noch kurz zum NS-Dokumentationszentrum, brechen das aber aufgrund von Rückenbeschwerden ab und werden das ein anderes Mal mit einplanen. Wichtig ist jetzt regenerieren, damit für heute Abend für das große Spiel fit sind und unsere Spieler bestmöglich unterstützen können.

Da wir lernfähig sind, fahren wir diesmal auch mit der U-Bahn in die richtige Richtung zum imposanten SAP-Garden und müssen dort noch ein paar Minuten in der langen Schlange ausharren, bis wir dann eingelassen werden. Ist immer ein tolles Gefühl hier mit vielen anderen Fans im Rundgang zu stehen und in die große Halle zu schauen. Mittlerweile schon zum dritten Mal. Allerdings sitzen wir das erste Mal nicht direkt zusammen. Maya in Reihe drei hinter den „Spielerstühlen“ und ich leicht schräg versetzt in Reihe vier.  Zusammenhängende Plätze gab es nur noch auf mittlerer Höhe und da diese genauso teuer sind, haben wir dann die besseren Plätze gewählt.

volle Hütte

Spielbericht FC Bayern München – Maccabi Tel Aviv

Die Vorzeichen stehen nicht so wirklich gut. Maccabi reist mit 5 Siegen in Folge nach München und wir haben die letzten 9 Euroleagespiele allesamt verloren und das waren zum Teil echt bittere Niederlagen nach hohen Zwischenführungen. Aber jetzt sind wir ja da und da sollte doch wohl mal wieder ein Sieg herausspringen, oder?

Wir starten dann auch sehr fokussiert, treffen früh und gut von aussen und erspielen uns damit zum Ende des 1. Viertels eine Führung von 31:23. Bis zur Pause bleibt Maccabi offensiv gefährlich, doch trotz Rebound-Nachteilen gehen die Bayern mit einem 50:41 in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel legen wir mit einem 22:4‑Lauf im dritten Viertel (26:10) defensiv wie offensiv noch einmal zu und ziehen vorentscheidend auf rund 20 Punkte davon. Offensiv überzeugen wir mit starker Ballbewegung (25 Assists) und hoher Trefferquote von der Dreierlinie, sodass der deutliche 95:71‑Erfolg vor 11.500 Fans im ausverkauften SAP Garden nicht mehr in Gefahr gerät.

David McCormack dominiert unter dem Korb und wird ein bisschen überraschend mit 18 Punkten Topscorer, da er  immer wieder nach Pick‑and‑Rolls und Offensivrebounds erfolgreich scoren kann. Unser Kapitän Vladimir Lucic (17 Punkte) und Scharfschütze Andi Obst (15 Punkte) setzen wichtige Akzente von außen, während Justinian Jessup (12) und Oscar da Silva (10) die ausgeglichene Teamleistung unterstreichen.

Krematorium Dachau

03.01.2026 – Frühstückschaos – Dachau

Das Hotel ist preis-/leistungstechnisch echt gut, aber der Frühstücksbereich ist definitiv zu eng wenn es etwas voller ist. Heute haben wir fast eine halbe Stunde angestanden bis wir unser Frühstück hatten. Das macht dann keinen Spaß mehr.

Da heute Sonnenschein angesagt ist, bei minus 2 Grad, fahren wir heute zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Besuch der Gedenkstätte ist eine tief bewegende und zugleich erschütternde Erfahrung. Beim Betreten des ehemaligen Lagergeländes fällt zuerst die beklemmende Atmosphäre auf – das scheinbar unscheinbare Gelände trägt doch eine spürbare Schwere, die an die unzähligen Schicksale erinnert, die sich hier ereigneten. Besonders eindrucksvoll sind das Eingangstor mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“ und die rekonstruierten Häftlingsbaracken, in denen das Leid, die Enge und die unmenschlichen Bedingungen des Lageralltags greifbar werden. In der Ausstellung werden die systematische Organisation des Lagers, die grausamen Machtstrukturen und das Schicksal der Inhaftierten eindringlich dokumentiert. Fotos, persönliche Gegenstände und Zeitzeugenberichte machen deutlich, dass hinter den abstrakten Zahlen immer individuelle Menschen mit Hoffnungen, Familien und Geschichten standen. Der Besuch des Krematoriums ist dabei einer der emotional schwersten Momente – ein Ort, an dem man unweigerlich still wird. Persönlich bleibt vor allem der Gedanke zurück, wie unfassbar systematisch dieses Unrecht betrieben wurde – und wie wichtig Erinnerungskultur ist, damit sich so etwas nicht wiederholt. Dachau konfrontiert einen mit der Frage nach Verantwortung: nicht nur damals, sondern auch heute, im Umgang mit Intoleranz und Ausgrenzung. Der Besuch ist keine einfache Erfahrung, aber eine notwendige – ein Mahnmal gegen das Vergessen.

Zum Tagesabschluss geht es dann nochmal kurz in die Stadt inklusive eines kurzen Spaziergangs über die Maximilianstraße, die Straße der Schönen und Reichen.

Fußweg über den Tegernsee

04.01.2026 – Tegernsee

Cool, noch ein sonniger Tag. Trotz minus 4 Grad animiert das Wetter zu einer Draußen-Aktivität, daher steht heute ein Besuch am und in Tegernsee auf dem Plan.

Am Bahnhof raus, und der erste Atemzug funktioniert wie ein kostenloser Inhalator für „klare Gedanken und rote Nasen“. Die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, der See liegt winterlich ruhig da und tut so, als wäre er gerade einem Alpen-Werbeprospekt entsprungen. Der Spaziergang am Ufer ist eine Mischung aus „Wow, ist das schön“ und „Wow, meine Zehen sind ein Gerücht“, während der See still glitzert und die Berge im Hintergrund so tun, als wären sie nur für diesen Tag gebucht. Wer schlau ist, trägt Zwiebellook – wer nicht, lernt spontan, wie schnell ein Mensch gehen kann, wenn das Ziel „Wirtshaus mit warmem Essen“ heißt.

Mittagessen draußen bei minus 4 Grad im bzw. am  Herzoglichen Braustüberl klingt erst nach Mutprobe, entpuppt sich mit Sonne und halbwegs windgeschütztem Platz aber als erstaunlich gemütlich. Das Bier kommt aus dem herzoglichen Brauhaus nebenan, die Speisekarte ist klassisch bayerisch. Während normale Menschen bei solchen Temperaturen drinnen bleiben, sitzen hier Leute im Freien, als wäre das der natürliche Lebensraum des Bayern: Bank, Bier, Bergblick. Die Sonne arbeitet tapfer gegen den Frost an, und zwischen Dampf über dem Essen und Atemwolken über dem Tisch verschwimmt irgendwann die Grenze zwischen „ich friere“ und „ich genieße“. Der Vorteil: Kalte Luft, heißes Essen, und die legitime Ausrede, noch eine zusätzliche Stärkung zu bestellen, „weil der Körper bei Kälte mehr Energie verbraucht“. Der Nachteil: Beste Chancen, dass nach dem Essen nur noch der direkte Weg zurück zum Bahnhof drin ist – alles andere würde mit vollem Bauch als alpines Höhentraining durchgehen.

Wieder im Zug nach München fühlt sich die einstündige Fahrt an wie ein Verdauungsspaziergang im Sitzen mit Bonus-Bergblick, während draußen der Tegernsee langsam hinter Feldern und Dörfern verschwindet. Am Ende bleibt das gute Gefühl, einen halben Tag Urlaub gewonnen zu haben: einmal kurz aus dem Alltag raus, durchgefroren, sattgegessen – und mit der inneren Erkenntnis, dass minus 4 Grad mit Sonne, See und Bräustüberl erstaunlich nah an „perfekt“ dran sind.

malerische Idylle

05.01.2026 – Schloß Nymphenburg – Caching

Heute ist es wirklich arschkalt. Minus 8 Grad und keine Sonne schreit eher nach einer Indooraktivität. Eigentlich wollten wir auf diesem Trip auch in das Deutsche Museum, aber irgendwie haben wir doch keine Lust darauf. Eine Alternative ist aber schnell gefunden, Schloß Nymphenburg, natürlich nicht Garten, sondern nur die Innenbesichtigung.

Schloss Nymphenburg ist einer dieser Orte, an denen man schon am Eingang das Gefühl hat, man sei eindeutig in der falschen Gehaltsklasse. Der Barockbau sieht aus, als hätte jemand „Sommerresidenz“ gesagt und ein Architekt daraufhin beschlossen, einfach mal komplett die Selbstbeherrschung zu verlieren. Schon im Steinernen Saal fühlt man sich wie ein Statist in einem Historienfilm: Deckenfresken, Stuck ohne Ende und so viel Goldoptik, dass selbst das Smartphone kurz ehrfürchtig wird. Man läuft über Parkett, das mehr Geschichte gesehen hat als der eigene Geschichtsunterricht, und versucht gleichzeitig, nicht auszurutschen und so zu tun, als sei das alles völlig normal. Die enge Abfolge von Sälen, Kabinetten und Vorzimmern sorgt dafür, dass der eigene Orientierungssinn irgendwann aufgibt und kapituliert. Man folgt brav den Pfeilen, fühlt sich wie in einem höfischen Einbahnstraßensystem und denkt zwischendurch: „Wenn ich hier gewohnt hätte, hätte ich mir für den Weg vom Schlafzimmer zum Frühstück eine Kutsche bestellt.“ Am Ende verlässt man das Schloss mit vielen Fotos und dem beruhigenden Gefühl: Ja, das eigene Wohnzimmer ist klein – aber zumindest muss man dafür keinen eigenen Flügelplan studieren und dabei hat man nur einen Miniteil zu Gesicht bekommen.

Damit auf der Cachingkarte wenigstens ein paar weitere Smilys auftauchen, werden in der Altstadt noch ein paar kurze Labcaches absolviert. Das Smartphone beschlägt von innen, die Brille von außen, und du stehst wie ein hochmotivierter Pinguin vor einer Infotafel, die du mit klammen Fingern fotografierst. Jede Eingabe im Handy fühlt sich an, als würdest du mit Holzklötzen tippen, während der Wind von der Seite flüstert: „Du hättest auch auf dem Sofa bleiben können.“ Spätestens an Stage drei fragst du dich, warum du dir freiwillig eine Stadtführung in „Harschwind, Stufe Gesichtspeeling“ gebucht hast. Fazit: Labcaches bei arschkaltem Wetter sind nichts für Zartbesaitete, aber perfekt für Leute, die gern behaupten: „Früher war Geocaching mehr Abenteuer.“ Und falls jemand fragt, warum du das machst: „Weil’s Spaß macht“ klingt immer besser als „Ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren – aber schau, ein weiterer Lab abgeschlossen!“

Ach ja, den Andi haben wir auch noch gesehen. In den 5 Höfen im Restaurant.

Wow

06.01.2026 – Abreise mit Hindernis

Moment, die gleiche Überschrift steht doch auch schon im Blogartikel „DBB Supercup 2025 München“. Jepp, irgendwie haben wir wohl ein Händchen für Hindernisse auf der Rückreise. Bis kurz vor Kassel-Wilhelmshöhe ist noch alles ok, der IC fährt planmässig 27 Minuten nach Ankunft des ICE ab. Kurz vor Ausstieg, IC hat 5 Minuten Verspätung, auch alles noch kein Problem, allerdings nach Ausstieg summiert sich die Verspätung letztendlich auf eine ganz Stunde und das bei dieser Affenkälte. Grund Defekt am Zug. Zum geplanten Ankunftszeitpunkt in Kassel, fährt der Zug gerade in Eisenach ab.

Ansonsten aber tolle Reise und garantiert nicht die letzte Papa/Tochter-Münchentour.

ungehorsame Münchner

lustige und interessante München-Fakten

  • Bier als Grundnahrungsmittel: In Bayern gilt Bier offiziell als Grundnahrungsmittel, vergleichbar mit Brot – ein Relikt aus dem Reinheitsgebot von 1516. Das unterstreicht die tiefe Bierkultur, die sogar einen Biergarten am Flughafen umfasst, den einzigen der Welt.
  • Keramikabteilung: Das älteste Gebäude der Stadt ist eine Toilette aus dem Jahr 1260, entdeckt beim Marienplatz.
  • Rundkurs: München hat den längsten Verkehrsrundkurs Europas mit 12 km rund um die Innenstadt – ideal für endlose Kreise ohne Orientierungssinn.
  • Brezn: Die Stadt verbraucht jährlich genug Brezn, um den Olympiaturm zweimal zu ummanteln, mit über 20 Millionen Stück pro Jahr.

Deckenmalerei

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