Ostern 2026 – Nur 50 Stunden Belgien :-(
Leider hat das Leben zu unseren Ungunsten nachverhandelt, alles zetern und flehen half nicht und wir mussten unsere Ostertour nach 50 Stunden in Belgien abbrechen.
Das ist natürlich extrem ärgerlich und ist uns natürlich auch nicht leichtgefallen, aber es gab auch keine Alternative zum Abbruch. Leider ist das manchmal so :-(. 3 Städte haben wir immerhin gesehen. Mehr Infos dazu im folgenden Blogartikel.
29.03.2026 – Anreise nach Hasselt
Die endgültige Endscheidung, das wir es probieren und fahren, fällt diesmal sehr sehr kurzfristig und ist erst vor zwei Tagen klar. Das Wohnmobil wird daher erst heute morgen geholt und bis Mittag gepackt. Gegen 12:00 Uhr kommen wir dann auch pünktlich los. Die Fahrt nach Hasselt ist ziemlich entspannt, bis auf die Preisschocks beim Diesel, in Deutschland auf der Autobahn 2,73 €, in den Niederlanden 2,58 €, in Belgien demgegenüber eher günstige 2,19 €.
Der Wohnmobilstellplatz ist ziemlich neu und sehr schön mit viel grün angelegt. Die Parkbuchten sind eher klein, aber weit voneinander abgetrennt. Wenn ich dann in den Kommentaren von park4night als Kritikpunkt lese, die Parkbuchten wären zu klein, kann ich nur den Kopf schütteln. Leute, das ist ein Wohnmobilstellplatz und auf einem Stellplatz steht man nun mal auch häufiger Tür an Tür bzw. allgemein mit weniger Platz. Dreimal dürft ihr raten, wofür es Campingplätze gibt? – Richtig, wenn ich Platz wollt und benötigt, fahrt verdammt noch mal auf einen Campingplatz, da seit ihr besser aufgehoben.
Hasselt an sich ist jetzt nicht zwingend eine Reise wert. Für unseren Anspruch hat sie jetzt nicht so viel Interessantes zu bieten, auch architektonisch nicht. Ab 1997 gab es für ein paar Jahre kostenlose Busfahrten für alle in der Stadt. Meines Wissens war das die erste Stadt, die so etwas umgesetzt hatte. Seit 2013 ist das Projekt leider tot, aufgrund der mit den Jahren ausufernden Kosten, aber für alle Einwohner von 6 – 20 Jahren gibt es weiterhin kostenlose Busfahrten.
30.03.2026 – Lier
Aufgrund der unklaren Wetterlage, war der Startpunkt in Hasselt strategisch geplant, von hier gibt es für uns mehrere Zielmöglichkeiten in verschiedenen Himmelsrichtungen. Da die größte Menge an Regen, die gemeldet war, freundlicherweise in der Nacht niedergegangen ist, setzen wir Plan A um und fahren knapp 70 km westlich nach Lier, eine Vorstadt von Antwerpen.
Lier ist definitiv eine Empfehlung. Eine wunderschöne Altstadt mit einem Kanal, der sich durch die Stadt schlängelt. Dadurch kommt Brüggefeeling auf. Allerdings haben wir hier Pech mit belgischen Spezialitäten. Für Maya wollten wir unbedingt Macarons besorgen, aber wo es die in Brügge an jeder Ecke gibt, hier nada. Es gibt mehrere Chocolaterien, allerdings nur mit Schokoladigem und nicht Macarons. Auch unser Frituurplan scheitert leider. Laut Rezessionen die beste Frituur hier in der Gegend, aber die Bude ist zu. Eine Internetrecherche ergibt dann, der Besitzer quält sich aktuell leider mit einem Gipsbein rum. Dann mal gute Besserung.
Wundert euch übrigens nicht, wenn ihr hier in Lier überall über Schafe bzw. Schafsköpfe stolpert. Dazu gibt es eine schöne Legende.
Die Schafsköpfe von Lier – oder wie man sich aus Versehen einen Ehrentitel einfängt
Manchmal genügt eine einzige, vorschnell getroffene Entscheidung, um Jahrhunderte später noch als „Schafskopf“ durch die Gegend zu laufen. Genau das ist den Bürgern der belgischen Stadt Lier widerfahren – und das ist der Grund, warum Urlauber heute in der Stadt auf Schafe, Schafsköpfe und sogar Schafskopf-Statuen stoßen, ohne dass jemals ein echter Schäfer in Sicht ist.
Die berühmte Du-entscheidest-Du-bist-Schuld-Geschichte
Im 14. Jahrhundert war Lier eine kleine, aber wehrhafte Stadt, die sich lieber mit Herzog Jan II. von Brabant verbündete, als sich mit Mechelen anzulegen. Der Herzog hatte seine Truppen nötig und war dankbar für die Lierener Unterstützung. Als Belohnung bot er der Stadt großzügig zwei Optionen:
- Eine Universität (also Wissen, Prestige, studentische Kneipennächte)
– oder – - Einen Viehmarkt, später vor allem einen Schafmarkt (also Geld, Handel, aber auch etwas weniger Glanz).
Die Bürger von Lier wählten – natürlich – den Schafmarkt. Nicht aus Dummheit, sondern aus sehr pragmatischem Bauernverstand: „Fressen ist wichtiger als Philosophieren“, könnte man das heute übersetzen. Prompt soll der Herzog geantwortet haben: „Oh, diese Schafsköpfe!“ Und damit war der Spitzname geboren – verfügbar in allen Farben, Größen und metallenen Varianten.
Von Schimpfwort zu Ehrenbezeichnung
Ursprünglich war Schapenkoppen („Schafsköpfe“) eher spöttisch gemeint – ein wenig wie „Na, Ihr Schafsköpfe, habt ihr euch wieder vertan?“. Doch je öfter man den Namen in der Stadt hörte, desto öfter schmunzelte man. Irgendwann wurde aus dem vermeintlichen Schimpfwort ein stolzer Titel: Die Lierener übernahmen ihn mit Humor, trugen ihn auf Fahnen, Fassaden und sogar auf offizielle Stadtseiten.
Heute begegnet man dem Schafskopf in Lier an jeder Ecke:
- An einem eigens dafür errichteten Schafskopf-Denkmal.
- In der Lokalgeschichte, wo man den Spitznamen mit einem Augenzwinkern erklärt.
- In vielen kleinen Details, die Touristen gezielt nach „Follow the Sheep“ locken.
31.03.2026 – Aarschot und Abbruch
Trotz Autoverkehr war die Nacht ruhig, aber leider nicht gut. Die gesundheitlichen Probleme haben uns leider eingeholt und dann für eine chaotische Nacht gesorgt. Damit war dann leider auch klar, wir müssen den Urlaub schweren Herzens abbrechen. Den Tag nutzen wir noch und abends geht es dann leider wieder heimwärts.
Der Vormittag geht dann auch gleich blöd weiter. Ein weiterer Versuch, vielleicht in Lier doch noch Macarons zu bekommen, scheitert. Die Tankstellen haben über Nacht die Preise erhöht und anstatt für 2,19€, müssen wir für 2,30€ tanken. Auch der Colruyt-Einkauf, unser Lieblingssupermarkt in Belgien, ist nur teilweise von Erfolg gekrönt. Wir wollten uns wenigstens ein paar belgische Lebensmittel mit nach Hause nehmen, haben aber nicht alles bekommen.
Wenigstens der Nachmittag versöhnt ein wenig. Ein Zwischenstopp in Aarschot lohnt sich. Eine schöne kleine gemütliche Stadt und Macarons gibt es auch.








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